Stellingen streitet mit der Bahn

Der Fernbahnhof in Altona wird aufgegeben, bis 2023 soll am Diebsteich neu gebaut werden. Für Stellinger heißt das: jede Menge Dreck und Lärm. Fotos: eichbaum

Neubau des Fernbahnhofs Diebsteich: Bezirkspolitiker
fordern mehr Rücksicht auf Anwohner

Carsten Vitt, Stellingen

Politik muss manchmal dicke Bretter bohren. In Stellingen müssen Bezirkspolitiker beim Streit um die Baustelle der Deutschen Bahn am Diebsteich schwergängige Weichen umstellen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Worum geht es?
Seit Monaten gibt es einen Konflikt um die geplante Zufahrt zur Großbaustelle Diebsteich, wo ab 2018 der neue Fernbahnhof entstehen soll (siehe Kasten). Die Bahn plant, Laster durch Stellingen und Langenfelde fahren zu lassen, direkt durch Wohngebiete und einen Kleingartenverein. Dagegen protestieren Bürger und Bezirkspolitiker seit dem Spätsommer 2016 (das Elbe Wochenblatt berichtete).
Galt die ausgewählte Zufahrt seitens der Bahn zunächst als alternativlos, legte das Unternehmen auf Druck von Kritikern sechs Varianten offen, wie Laster zur Baustelle kommen können. Es gibt also Alternativen, aber für die Bahn sprechen alle Argumente dagegen.

Was will die Politik?
Die Bezirksversammlumng Eimsbüttel schlägt eine Route vor, die die Laster über Hols-tenkamp, Große Bahnstraße und über eine Rampe zu der Baustelle führt und dann durch den Kleingartenverein und die Wolffstraße wieder heraus. So könnte der Baustellenverkehr für das ohnehin stark belastete Wohngebiet zumindest für etwa sieben bis neuen Monate halbiert werden. „Wir fordern die Bahn auf, durch Verwirklichung dieser Variante die Belastung der Anwohner durch Lärm und Erschütterung erheblich zu reduzieren“, so Falk Schmidt-Tobler, Sprecher der Grünen-Fraktion im Regionalausschuss Stellingen.

Was sagt die Bahn?
Das Unternehmen bleibt bei seiner bisherigen Planung. „Die festgelegte Variante ist in Abwägung aller notwendigen Anforderungen an einen bedarfsgerechten Baustellenverkehr aus fachlicher Sicht und im Hinblick auf die benötigten zeitlichen Korridore die Sinnvollste“, so Sprecherin Sabine Brunkhorst. Eine erneute Planung sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgesehen.
Die Bahn hat die Weichen gestellt, da können die Politiker offenbar noch so viel an den Hebeln rütteln.
Alle Varianten der Bahn stehen im Internet unter:
❱❱ www.bahnprojekt-hamburg-altona.de/baumassnahmen

Der neue Bahnhof
Nach mehr als 100 Jahren im Zentrum Altonas soll der Fernbahnhof in den Bereich des heutigen S-Bahnhofs Diebsteich umziehen. Geplant ist dort ein neuer Durchgangsbahnhof mit sechs Fernbahn- und zwei
S-Bahngleisen. Bauzeit: 2018 bis 2023.
Bürgerinitiativen wie Prellbock Altona oder Langenfelder Signal kritisieren die Verlegung wegen der schlechten Anbindung an weitere S-Bahn-Linien am Diebsteich, wegen der Lage des Bahnhofs abseits eines Stadtteilzentrums und wegen der massiven Lärm- und Schmutzbelastungen beim Neubau. Es werden alternativ der Umbau und die Sanierung des bestehenden Bahnhofs in Altona gefordert. CV
❱❱ www.prellbock-altona.de
❱❱ www.langenfelder-signal.de
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