Stellingen: Lehrer (46) schlief mit Schülerin (14)

Das Albrecht-Thaer-Gymnasium in Stellingen: Ein Lehrer der Schule hatte über neun Monate ein Verhältnis mit einer 14-jährigen Schülerin. Ihm wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Foto: cv

Albrecht-Thaer-Gymnasium: War es Liebe zwischen Oberstudienrat Peter M. und seiner Schülerin?

"Lernen in einem grünem Umfeld und in familiärer, vertrauensvoller Atmosphäre“ – so wirbt das Albrecht-Thaer-Gymnasium in Stellingen auf einem Flyer für sich. Das Image hat jetzt Kratzer bekommen – vielleicht hat da jemand auch was falsch verstanden.
Lehrer Peter M. (46) hatte offenbar mehrmals Sex mit einer Schülerin (14) aus Stellingen. Es war angeblich eine Beziehung. Von Februar bis November 2011 dauerte die Liaison. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben – wegen des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen, wie es im Juristendeutsch heißt. Es gebe keine Hinweise auf Gewalt in der Beziehung, sagt Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers. Aber ein sexuelles Verhältnis mit einer 14-jährigen Schülerin ist strafbar. Peter M. sitzt seit November in Untersuchungshaft, im April soll der Prozess beginnen.
M. unterrichtete die Klasse des Mädchens in Mathe und Biologie. Von dem Verhältnis wusste an der Schule niemand, so die Schulbehörde. Nach Wochenblatt-Informationen flog die Beziehung erst auf, als die Schwester des Mädchens verdächtige E-Mails in deren Facebook-Account entdeckte. Die Familie informierte daraufhin die Schule und die Behörde. Im August wurde Peter M. suspendiert, aber auch danach traf er sich offenbar weiter mit der Schülerin zum Sex.
Das mittlerweile 15-jährige Mädchen ist weiterhin an der Stellinger Schule. Für Peter M. dürfte der Vorfall das berufliche Aus bedeuten. „Egal wie das Urteil ausfällt: Die Schulbehörde wird ein Disziplinarverfahren gegen M. anstrengen, so dass er nie wieder in den Schuldienst zurückkehrt“, sagt Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde. Der Oberstudienrat wohnt außerhalb Hamburgs, ist verheiratet, hat Kinder.
Im Internet kursieren Gerüchte über M.: Manche Ehemalige behaupten, er sei bekannt gewesen für eine Vorliebe für junge Mädchen, andere weisen das zurück. Gab es keine Hinweise, war nichts verdächtig an der Schule? Schulleitung, Elternrat und Lehrer schotten sich derzeit ab und beantworten keine Presse-Anfragen.

Info: Anklage und Strafmaß
Die Staatsanwaltschaft wirft Peter M. zwölf Fälle von sexuellem Missbrauch vor. Alle Treffen fanden außerhalb der Schule statt. Juristisch gelten die neun Fälle bis August als Missbrauch von Schutzbefohlenen, da M. zu der Zeit das Mädchen unterrichtete und somit eine Obhutspflicht hatte. Die drei Fälle danach sollen laut Staatsanwaltschaft als Missbrauch von Jugendlichen gelten. Als Strafe drohen bei einer Verurteilung drei Monate bis fünf Jahre Haft.
Wird M. zu einem Jahr oder mehr verurteilt, verliert er automatisch seinen Beamtenstatus. Unabhängig von dem Urteil will die Schulbehörde ein Disziplinarverfahren gegen M. anstrengen.
Fälle wie diese sind laut Schulbehörde selten. „In den letzten fünf Jahren gab es zwei solcher Vorfälle“, so Sprecher Peter Albrecht. Allerdings gebe es eine Grauzone.
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