Stellenabbau: Trifft es auch Karstadt Eimsbüttel?

Stürmische Zeiten für Karstadt: Bei dem Warenhaus-Konzern sollen2.000 Stellen gestrichen werden. Auch die Eimsbütteler Filiale wird nicht ungeschoren davon kommen, vermuten Gewerkschaftsvertreter.

Warenhauskonzern streicht 2.000 Stellen – Kritik von Gewerkschaft Ver.di

Bei Karstadt wirds wieder unruhig: Die Essener Konzernzentrale will bis Ende 2014 deutschlandweit 2.000 Stellen streichen, um das Unternehmen profitabler zu machen. Beschäftigte fürchten um ihren Arbeitsplatz.
Trifft es auch das Warenhaus in Eimsbüttel? Müssen auch hier Mitarbeiter gehen? „Dazu kann derzeit niemand etwas sagen“, erklärt Karstadt-Pressesprecher Stefan Hartwig. Erst im September werde es Gespräche mit Betriebsräten der Filialen geben. Offizielle Stimmen aus Eimsbüttel gibt es nicht. Die Konzernspitze lässt Filialleitung und hiesigen Betriebsrat nichts sagen, nur die Essener Zentrale gibt Auskünfte.
Karstadt Eimsbüttel beschäftigt momentan 100 Mitarbeiter im Warenhaus-Bereich. Vorigen Herbst wurde das Haus nach aufwendigen Umbauten im Inneren neu eröffnet. Zwei Millionen Euro wurden investiert, etliche Marken neu ins Programm aufgenommen. Die Geschäftsführung feierte einen Neustart in freundlicheren Räumen, Aufbruchstimmung. Diese hat nun wohl einen Dämpfer bekommen.
Karstadt will sich gesund schrumpfen, indem Mitarbeiter frühpensioniert werden, freiwillig gehen oder befristete Arbeitsverträge auslaufen. „Sozialverträglich“, heißt es von der Konzernspitze. Das Ziel: „Schlankere Strukturen“, um im Wettbewerb besser dazustehen. Im Klartext geht es dabei vor allem darum, Kosten zu sparen – und das trifft auch das Personal.
Gewerkschafter schätzen, dass in Hamburg mehrere hundert Stellen wegfallen werden – vermutlich eher in den Filialen an der Mönckebergstraße, in Wandsbek oder Billstedt. Arno Peukes, zuständiger Sekretär bei der Gewerkschaft Ver.di: „Eimsbüttel steht vermutlich nicht im Fokus, aber es wird alle Filialen treffen.“ Er geht aber nicht von Schließungen aus.
Derzeit werden offenbar in einigen Häusern vor allem Multimedia-Abteilungen geschlossen. Diese gibt es in Eimsbüttel bereits nicht mehr.

Hintergrund
2009 war Karstadt pleite, 2010 kam Investor Nicolas Berggruen und versprach, das Unternehmen zu erhalten. Es wurde ein Pakt geschlossen: Berggruen verzichtete auf Schließungen und Entlassungen, im Gegenzug verzichteten die Mitarbeiter auf insgesamt 50 Millionen Euro Gehalt jährlich. Dieser Pakt läuft Ende August aus, die Karstädter bekommen dann wieder ihren tariflichen Lohn – acht Prozent mehr als bisher. Diese Kosten drücken offenbar auf die Bilanz.
Die Gewerkschaft Ver.di kritisiert, dass in den vergangenen Jahren vor allem der Verzicht der Mitarbeiter Investitionen ermöglicht hätte. Karstadt investierte 160 Millionen Euro in die Warenhäuser. Nun sei auch Be-
sitzer Berggruen in der Pflicht, seine Zusagen über Investitionen einzuhalten, so Ver.di.
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