St. Bonifatius Eimsbüttel: Orchester rausgemobbt?

Rausschmiss aus der katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius? Nils Gerke (l.) und Matthias Bensch, Mitglied und Leiter des ehemaligen Orchesters St. Bonifatius, kritisieren das Verhalten des Pastors.

Katholische Gemeinde: Musiker fühlen sich rausgeworfen / Pastor weist Vorwürfe zurück

Ein Orchester fühlt sich gemobbt und kritisiert den Pastor für „Schikane“: Was ist denn in der katholischen Gemeinde St. Bonifatius los?
Das 2009 gegründete Orchester unter der Leitung von Matthias Bensch wollte die Gottesdienste und andere kirchliche Ereignisse in der lebendigen Gemeinde in Eimsbüttel bereichern. Doch es machte sich unter den ehrenamtlichen Musikern bald das Gefühl breit, dass das von Pastor Johannes Peter Paul nicht erwünscht ist. „Seit Sommer 2011 wurden verstärkt Terminabsprachen gegenüber dem Orchester und dem Kinderchor nicht eingehalten“, sagt Bensch, der beide Gruppen leitet. Auftritte seien kurzfristig abgesagt worden, Probenräume standen nicht zur Verfügung. „Unsere Proben wurden massiv erschwert“, so Bensch. Zudem gab es Ärger über ein Konzert-Motto: „Märchenhafte Klänge“ hielt der Pastor in der Adventszeit für unangebracht und ließ Konzert-Plakate und Flyer offenbar eigenmächtig abändern.
Im Sommer hieß es, dass für das Orchester ab Herbst kein Platz mehr in der Kirche sei. Direkte Gespräche über die Hintergründe habe es zwischen ihm und dem Pastor nicht gegeben, so Bensch. „Das alles zusammen sieht für mich aus wie Schikane.“ Orchestermitglied Petra Tonndorf nennt es so: „Das Orchester fühlt sich vom Pastor und anderen Verantwortlichen der Gemeinde rausgemobbt.“
Pastor Paul weist diese Vorwürfe zurück. „Es ist alles geklärt, alles gesagt. Ich kann darüber nur den Kopf schütteln. Es ist schade, wie es sich entwickelt hat.“
Dass für das Orchester kein Platz mehr sei, hänge mit dem geplanten Neubau der benachbarten kirchlichen Kindertagesstätte zusammen. Es seien alle Gruppen angeschrieben worden, dass ab Oktober die bisher genutzten Räume frei sein
müssten, so Paul. Auch das Orchester, das er als „eigentlich nicht in die Gemeinde integriert“ beschreibt, hätte davon gewusst.
Mangelhafte Kommunikation mit den Betroffenen? „Da kann ich mir nichts vorwerfen – da ist jetzt Schluss“, so Paul. Er wünsche Bensch alles Gute, er hege keine Rachegefühle.

Neuanfang: Das 20-köpfige Orchester hat sich als Verein gegründet und heißt nun „Neues Instrumentalensemble Hamburg“. Geprobt wird derzeit in der Berufsschule an der Lutterothstraße. Die Musiker suchen noch Verstärkung. Wer sich engagieren möchte, kann sich an Matthias Bensch per E-Mail wenden: matthiasbensch
@arcor.de. Langfristig möchte sich das Orchester, das seinen Schwerpunkte auf klassische und geistliche Musik legt, gern wieder einer Kirchengemeinde anschließen.
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