Spuren des Krieges

Kinder in Laos: Überall sieht man fröhliche Gesichter, obwohl viele Menschen arm sind. (Foto: Pahnke)

Soweit das Fahrrad trägt – Folge 5: Eimsbütteler gelangt von Laos bis nach Borneo

Von Gaby Pöpleu

In Muang Khua in Laos stiegen der Eimsbüttler Radler Anselm Pahnke und zwei Wegbegleiter vom Fahrrad ins Boot um. Einen halben Tag ging es flussabwärts auf dem Fluss Ou. Das Ziel: Ein nur auf dem Wasserweg erreichbares, ins Karstgebirge eingebettetes Fischerdörfchen namens Hat Sah.
Hier tauchten die Reisenden in ein Leben wie aus einer anderen Zeit ein - keine Hektik, kein Drängeln. „An einem Ort wie Hat Sah schreit kein Kind, keiner klaut dem kleinen ruhigen Lokeih mit den großen Augen seinen Schmetterling“, erzählt Pahnke fasziniert, „Die Menschen leben nach einem friedlichen Rhythmus - vom Baby bis zum Greis.“

Webstühle, Sägewerk und Schnapsbrennerei
Wirtschaftliche Unabhängigkeit schaffen mächtige Webstühle. Die Weberinnen bevorzugen kräftige Farben für ihre Stoffe, die sie auch selber tragen. Außerdem wird in Hat Sah aus Reis Schnaps gebrannt, es gibt ein Sägewerk und selbst konstruierte Wasserfilter. Pahnke fällt der Abschied hier besonders schwer. „Ich habe die Laoten wahnsinnig gern und verlasse diesen Ort sehr wehmütig.“ Denn nach ein paar Tagen geht es weiter Richtung Vietnam.
An der Grenze zu dem Nachbarstaat zeigen sich noch immer deuliche Spuren der Kriegsvergangenheit: Während des Vietnamkrieges von 1955 bis 1975 bombardierten die Amerikaner die Grenzregion heftig. Umgerechnet zwei Tonnen Sprengstoff pro Einwohner wurden abgeworfen. Viele Blindgänger bedrohen die Menschen noch heute. Und das, obwohl Laos nie direkt am Krieg beteiligt war.
In Viengxay bekommt Pahnke eine unvergleichliche Höhlenstadt im Karstgestein zu Gesicht. Hier versteckten sich bis zu 20.000 Laoten, darunter der Präsident des Landes, vor dem Bombenhagel.

„All you can Eat“ auf dem Nachtmarkt
Drei Dutzend Tempel erwarten den Weltreisenden Radler in Luang Pragbang, der ehemaligen Laotischen Hauptstadt. Hier war er vor mehr als zwei Jahren schon einmal. „Ich suchte auf dem Nachtmarkt den ‘All-you-can-eat’-Stand von damals und tatsächlich: Jonk Namao bot seine Speisen noch am selben Platz an.“ Der Preis war inzwischen gestiegen und der Umfang des Verkäufers hatte zugenommen. „Aber bei diesen Leckereien würde wohl jeder öfter naschen“, findet Pahnke.
Dann war ein Urlaub vom Abenteuer bei polnischen und indischen Freunden im vietnamesischen Hanoi fällig „Ich spürte, wie die Monate des Reisens Körper und Geist ermüdet hatten“, sagt Pahnke. Nach gut zwei Wochen stieg er aber doch wieder in einen Flieger, um mit seinem Rad dahin zu „hüpfen“, wo der Pfeffer wächst, nach Borneo, „eine feucht-heiße Angelegeheit, die ich fast bereute“,
erinnert sich Pahnke
Fortsetzung folgt
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