Sportplatzring: Flächenpoker in Stellingen

Die Stellinger Sportplätze sollen verlegt werden, Klaus Meinel, Patrick Braun und Michael Kähler (v.l.) vom SV-West Eimsbüttel („Wespe“) erhoffen sich davon zwei neue Spielflächen mit Kunstrasen. Doch es dauert noch sehr lange, bis etwas am Sportplatzring passiert. (Foto: rs)

Ein Club will schnell umziehen, der andere Verein gar nicht: Die Pläne sind so oder so in weiter Ferne

Reinhard Schwarz, Stellingen – Neuer Name, neues Konzept? Die noch vor einiger Zeit angestrebte „Neue Mitte Stellingen“ hat jetzt einen neuen Namen: „Entwicklung Stellingen“. Gemeint ist damit der Umzug der drei Sportplätze am Sportplatzring auf das Gelände des Informatikums an der Vogt-Kölln-Straße. Beide Flächen gehören praktischerweise der Stadt. Durch den Umzug – so die Hoffnung – könnten am Sportplatzring zahlreiche neue Wohnungen entstehen.
Im Eimsbütteler Stadtplanungsausschuss wurde kürzlich wieder über die Pläne diskutiert. Bezirksamtsmitarbeiter Carsten Storch zog das Fazit, eine Verlegung der Sportplätze wäre „frühestens“ 2018 möglich, Wohnungsbau sogar erst ab 2020. Der Bezirk versuche nun, das Informatikum vorzeitig zu verlegen.
Derweil drängen Akteure im Stadtteil wie der SV West-Eimsbüttel („Wespe“) von 1923 e.V. auf baldige Taten. Der Verein, der seit drei Jahren die Plätze am Sportplatzring nutzt und betreut, hofft auf zwei neue Kunstrasenplätze am neuen Standort. Denn derzeit spielen die Fußballer auf hartem Grand. „Für uns wäre das auf jeden Fall eine Verbesserung“, sagt Vorsitzender Michael Kähler, „zumal uns die Jugendlichen weglaufen. Wer spielt schon gerne auf Grand?"
Elke Mohr, Chefin des TSV Stellingen, ist gegen die Umzugspläne: „Wir wollen nicht auf das Gelände des Informatikums – auf keinen Fall.“ Grund: die Flächen an der Vogt-Kölln-Straße lägen zu weit weg für die Sportler.
In der Politik ist die Stimmung gemischt. Rüdiger Rust (SPD) setzt auf sozialen Wohnungsbau: „Vorher sollte es aber einen größeren Diskussionsprozess unter Beteiligung der Bevölkerung geben.“ Diesen fordert auch Michael Westenberger (CDU): „Ohne intensive Diskussion mit der örtlichen Bevölkerung ist das nicht denkbar.“ Zudem sei fraglich, „ob die Flächen am Informatikum überhaupt von der Wissenschaftsbehörde freigegeben werden“.
Roland Seidlitz (Grüne/GAL) warnt davor, frühzeitig Sportplätze auf die Flächen zu bauen, solange das Informatikum noch genutzt wird: „Weil wir dann vorzeitig Fakten schaffen und die gesamte Fläche nicht als Ganzes sinnvoll-inhaltlich überplanen können.“
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