Sperrt doch mal die Osterstraße

Zu viele Autos machen die Osterstraße unattraktiv – warum nicht mal probeweise einen Abschnitt sperren?

Umbaupläne: Keiner traut sich so richtig was – warum eigentlich?

Von Carsten Vitt.
Zwei Kreisel, Radfahrstreifen, mehr Platz auf den Bürgersteigen und ein bisschen Kosmetik rundherum: Das ist im Prinzip alles, was die Planer beim Umbau der Osterstraße ändern wollen.
Tja, da sind viele nun recht ernüchtert, dass sich Planer und Verwaltung so wenig trauen. Oder nicht trauen dürfen. „Vertane Chance“, „kein großer Wurf“, „Beruhigungspillen“ lauten daher die Kommentare von Bürgern, die sich mehr wünschen. Bemerkenswert: Mehr als 500 Bürger haben die Forderung nach einer (teilweise) autofreien Osterstraße unterstützt, aber das wird bisher als illusorische Forderung außen vor gelassen. Auch Tempo 30 oder eine andere Form der Verkehrsberuhigung werden skeptisch beurteilt. Das alles passt nicht so recht ins Schema, und Bezirksamt und Planer beschreiben es als „sehr schwierig“, weil noch die Polizei und andere Behörden zustimmen müssen. Und und und. Zu kompliziert.
Wie wärs denn mal mit was Verrücktem? Die Osterstraße könnte doch zwischen Heußweg und Methfesselstraße einfach mal probeweise verändert werden. Sperrung auf Zeit? Einbahnstraße? Autos raus, nur Busse und Radfahrer dürfen hier durch! Einfach mal ausprobieren und gucken, was dabei rauskommt statt die Pläne vorab in Paragrafen und Behördenkompetenzen kleinzumahlen und versickern zu lassen. Es ist ja noch Zeit: 2015 geht es zwischen Schulweg und Heußweg los, erst ab 2017 wird zwischen Heußweg und Methfesselstraße gebaut.
Ja, ich hör sie schon, die Geschäftsleute: Unsere Kunden brauchen Parkplätze. Okay. Gibts ja auch. Gibt Parkhäuser - da ist noch Platz. Aber es wohnen ja auch eine Menge Leute rundherum, die ein Anrecht auf ein schönes Umfeld haben. Da stören die Autos einfach. Wir müssten an einem Zustand arbeiten, der die Kisten überflüssig macht. Die Eimsbütteler tun doch immer so fortschrittlich, öko und postmaterialistisch: Teilt doch Eure Karren privat, nutzt doch Carsharing-Angebote, fahrt doch mit dem Rad, Bus und U-Bahn!
Und wenn man was transportieren muss, kann man sich doch immer noch irgendwo was leihen. Wie wärs?
 auf anderen WebseitenSenden
3 Kommentare
557
Günter Dorigoni aus Eimsbüttel | 25.07.2014 | 12:24  
236
Fran Kee aus Eimsbüttel | 28.07.2014 | 09:43  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.