Sparen bei der Jugendarbeit – Eimsbüttel ist dagegen

Offene Jugend-Angebote wie das Musikprojekt in der Lenzsiedlung könnten bald der Vergangenheit angehören. (Foto: pr)

Senat will Zuschüsse um zehn Prozent kürzen – Jugendhilfeausschuss Eimsbüttel stellt sich einstimmig vor die Jugendeinrichtungen

Von Jan Paulo, Eimsbüttel – Durch die Eimsbütteler Jugendeinrichtungen geht ein Aufschrei. Grund sind die Pläne der Sozialbehörde, die Mittel für Kinder- und Jugendarbeit sowie Familienförderung um zehn Prozent, also hamburgweit 3,5 Millionen Euro, zu senken.
„Für uns würde das eine halbe Arbeitsstelle weniger bedeuten“, sagt Ralf Helling, Geschäftsführer des Vereins Lenzsiedlung, der auch das dortige Jugendhaus betreibt. „Das geht dann sicher zulasten der Jugendreisen und auch der beginnenden Zusammenarbeit mit den Ganztagsschulen.“
Bei seinem Protest weiß Helling nicht nur den Verband Kinder und Jugendarbeit Hamburg auf seiner Seite, der bereits die ersten Aktionen gegen die Kürzungen vorbereitet. Einstimmig hat sich auch der Jugendhilfeausschuss der Bezirksversammlung Eimsbüttel dagegen ausgesprochen, mit den Stimmen der SPD, deren Sozialsenator Detlef Scheele die Sparpläne verantwortet.
Auf Anregung des sozialdemokratischen Jugendpolitikers Nils Harringa schlägt der Ausschuss für den Fall, dass sich die Einsparung von 3,5 Millionen Euro im Jugendbereich gar nicht vermeiden lasse, vor, diese aus dem neu geschaffenen Etat für „Sozialräumliche Angebote“ von 12,1 Millionen Euro aus dem Bereich Hilfen zur Erziehung zu nehmen. „Wir wissen doch noch gar nicht, ob und wie die neuen Projekte funktionieren“, so Harringa. „Da sollten wir das Geld lieber bei der bewährten offenen Jugendarbeit belassen.“
Doch laut der zuständigen Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) lassen sich die Mittel nicht so einfach miteinander verrechnen. „Die Hilfen zur Erziehung sind gesetzlich vorgeschriebene Leistungen, da können wir nichts wegnehmen“, erklärt BASFI-Sprecher Oliver Kleßmann. „Aber alle Einrichtungen haben die Möglichkeit, Geld für Sozialräumliche Angebote zu beantragen.“ Doch dafür müsse eine verbindliche Anzahl von Fällen bearbeitet und schriftlich, teils mit Namen der Betroffenen, dokumentiert werden. Diese Vorgaben passen nicht wirklich gut zum Konzept der offenen Jugendarbeit.
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