Spannskamp-Ärger: Bauherr will nun doch informieren

Streit um Nachverdichtung: Der Bezirk Eimsbüttel möchte in der Spannskamp-Siedlung weitere Wohnbauten errichten lassen und braucht dazu das Einverständnis der Grundstückseigentümer. Die Anwohner fühlen sich übergangen, zumal „ihre“ Baugenossenschaft wohl mit dem Bezirksamt (nicht-öffentliche) Gespräche führte, die Mieter aber nicht informierte. (Foto: rs)

Politik legt Baupläne vorerst auf Eis – Schiffszimmerer-Genossenschaft sagt Infos zu

Reinhard Schwarz, Stellingen – Die Politik bremst erstmal ein bisschen und will den Bauherren zum Reden bringen: Im Streit um die geplanten Neubauten am Spannskamp in Stellingen stellen sich Vertreter der Parteien hinter die Anwohner.
Zur Erinnerung: In der grünen Siedlung am Spannskamp sollen hunderte neue Wohnungen entstehen. Anwohner sind dagegen, sie wollen das weitläufige Bauensemble erhalten. Zudem gab es harsche Kritik an der Informationspolitik des Bauherren, der Schiffszimmerer-Genossenschaft.
Parteienvertreter forderten im Stadtplanungsausschuss von der Genossenschaft mehr Offenheit und drohten damit, die Pläne vorerst auf Eis zu legen. „Wir werden den Bebauungsplan nicht im Hauruck-verfahren durchziehen und uns Zeit lassen“, erklärte Stefanie Könnecke (GAL). Vorher müssten „intensive Gespräche mit den Bürgern geführt werden“ – eine Anspielung auf eine Gruppe engagierter Bewohner des Spannskamps. Auch Rüdiger Kuhn (CDU) klagte, es habe „bisher keine Regung von der Genossenschaft gegeben“. Diese führe „keinen Dialog mit den eigenen Mietern“. Ähnlich äußerten sich Vertreter von SPD und Die Linke.
Soviel öffentliche Schelte ließ bei den Verantwortlichen offenbar einige Warnglocken läuten. Man wolle nunmehr das Gespräch mit den Mietern suchen, erklärte Prokurist Holger Müller: „Wir werden alle Mieter zu einer Veranstaltung im November einladen.“ Und: Es habe bereits „Gespräche mit einer Gruppe von Mitgliedern gegeben“.
Müller erklärte weiter, die Genossenschaft sei 2010 vom Bezirksamt auf Nachverdichtungspläne angesprochen worden. Die in den ersten Planentwürfen vorgestellten Anbauten an bestehende Wohnhäuser („Kopfbauten“) würden von der Genossenschaft aber nicht unterstützt: „Kopfbauten kommen für uns nicht in Frage.“ Das Thema sei „in die falsche Richtung abgedriftet“, räumte der Prokurist ein: „Wir wollen das Vertrauen unserer Mitglieder Stück für Stück zurückgewinnen.“
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