Solidarität mit Flüchtlingen: Danke, St. Pauli!

Wie ein Stadtteil hilft – ein Kommentar

Es geht Schlag auf Schlag: Hier eine neue Unterkunft, da eine weitere. Für ein paar Wochen, Monate, vielleicht auf ein paar Jahre. Hauptsache, irgend eine Fläche, irgendein Gebäude ist frei, wo man schnell und einfach Flüchtlinge unterbringen kann. Für vorausschauende Planung ist es derzeit längst zu spät: Die Behörden sind offenbar überfordert, angemessene und vernünftige Möglichkeiten zu schaffen, um Flüchtlinge mit Wohnraum zu versorgen. Lassen wir hier außen vor, ob das einfach ignoriert oder schlicht verpennt wurde.
Fakt ist: Die Menschen, die nach langer Flucht Hamburg erreichen, müssen hier untergebracht werden. Sie müssen zur Ruhe kommen, viele sind traumatisiert. Sie kommen nicht aus Spaß, sondern aus Not. Weil sie in ihren Heimatländern verfolgt oder diskriminiert wurden, in Bürgerkriegen zwischen die Fronten gerieten oder schlicht keine Aussicht darauf hatten, für sich und ihre Verwandten zu sorgen.
Fakt ist: Diese Stadt ist reich, an Geld, an Möglichkeiten und an Menschen, die etwas weitergeben können. Während in Rotherbaum betuchte Anwohner per Gericht eine Unterkunft verhinderten, schalten die Bürger von St. Pauli auf Solidarität um. Hier hat nicht jeder ein üppiges Auskommen. Umso erfreulicher, dass trotzdem eine überwältigende Menge an Leuten mithilft.
Das wichtigste Signal, das das Karoviertel gerade sendet: Lasst uns anpacken, lasst uns helfen. Praktische Solidarität jenseits der großen Debatten über Zuwanderung.
Danke, St. Pauli, wir brauchen mehr von diesen Signalen.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.