So wächst die Universität in Eimsbüttel

Das mögliche neue Antlitz der Uni: So könnte der Neubau für die Klimawissenschaften an der Ecke Bundesstraße/Beim Schlump aussehen. Grafik: Wissenschaftsbehörde
 
Entwurf der Neubauten ums Geomatikum: Der siebengeschossige Riegel zieht sich an der Straße Beim Schlump bis nahe ans Schröderstift (rechts) heran. Foto: Wissenschaftsbehörde

Kein zweites Hochhaus, aber mächtige Bauten an der Bundesstraße

Ein zweites Hochhaus wie das Geomatikum wird es nicht geben, aber durchaus mächtige Bauten sind für den neuen Uni-Campus an der Bundesstraße geplant. Zwei Tage lang brüteten die Mitglieder der Jury über den Entwürfen. Die eine Fraktion wollte mächtig in die Höhe und die Breite klotzen, die andere Fraktion lieber Grün schonen und den Stadtteil nicht zubetonieren. Der Kompromiss hat von beidem etwas.
Vorige Woche kürte eine Jury aus Bau-Experten und Vertretern von Behörden, Universität und Bezirkspolitik die Sieger des Architektenwettbewerbs. Ein städtebaulicher Entwurf, der das Gebiet grob sortiert, und ein Entwurf für ein erstes Gebäude am Geomatikum wurden präsentiert. Demnach werden fast alle jetzigen Uni-Gebäude zwischen Bundesstraße und Grindelallee abgerissen und durch sechs- bis siebenstöckige Neubauten ersetzt. So soll der mathematisch-naturwissenschaftliche Campus geöffnet werden, Plätze sollen entstehen, um die „tote Ecke“ (Oberbaudirektor Jörn Walter) zu beleben. Entlang der Straße Beim Schlump ist ein siebengeschossiger Riegel vorgesehen.
Aus Bezirks- und Anwohnersicht wurde vor allem darum gerungen, das Wäldchen hinter dem historischen Schröderstift und die angrenzende Wiese zu schonen. Einen prominenten Fürsprecher hatte diese Position mit Hamburgs Chefplaner Walter. „Man darf dem Schröderstift nicht so eng auf den Pelz rücken, es gibt dort wertvolle Baumbestände. Es ist da, es ist zu erhalten“, sagte er.
Gleichwohl wird ein großer Teil der Wiese bebaut. Arndt Prenzel, Sprecher der Schröderstift-Bewohner: „Zwei Drittel verschwinden. Die Entwürfe waren alle enttäuschend, zu massiv.“
Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke sieht vor allem die Neuordnung des Campus positiv: „Radfahrer, Fußgänger und öffentlicher Nahverkehr können mit diesen Entwürfen gewinnen.“ Der Umzug der Informatik aus Stellingen an die Bundesstraße schaffe zudem Platz für 700 neue Wohnungen auf dem bisherigen Uni-Gelände an der Vogt-Kölln-Straße.

Die Neuordnung des Campus Bundesstraße
Weg mit den alten, größtenteils maroden Gebäuden, mehr Platz in neuen, höheren Bauten - das ist die Grundidee der Campus-Neugestaltung an der Bundesstraße. Im Bereich hin zur Grindelallee werden unter anderem die Gebäude der Zoologie und Chemie plattgemacht, neu arrangierte Gebäude sollen mehr Freiplätze schaffen und den bisher abgeschotteten Campus öffnen.
Begonnen wird am Geomatikum: Die kleineren Bauten rund um das Hochhaus werden abgerissen, entlang der Straße Beim Schlump entsteht ein siebengeschossiger Riegel. Dort sollen der Klima-Campus - ein Verbund von Instituten zur Klimaforschung - sowie die Geowissenschaften und das Institut für Hydrobiologie und Fischereiwissenschaften einziehen. Kosten für diesen Bauabschnitt: 140 Millionen Euro. 2013 soll es losgehen, geplante Bauzeit: Drei Jahre.
Der gesamte Um- und Ausbau des Campus Bundesstraße soll 320 Millionen Euro kosten. Dauer: etwa zehn Jahre. Errichten soll die Gebäude die städtische Wohnungsgesellschaft Saga/GWG, die Universität wird Mieter in den Bauten. Die höheren Kosten sollen der Uni erstattet werden, so Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt.
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