So geht Inklusion

Futter verteilen geht auch aus dem Rollstuhl: Die Arbeit im Stellinger Tierpark ist für die Mitarbeiter mit Handicaps eine willkommene Abwechslung. Foto: Hagenbeck

Initiative „Auf Achse“: Hagenbecks Tierpark beschäftigt seit fünf Jahren ganz besondere Mitarbeiter

Gaby Pöpleu, Stellingen

Sie gehören inzwischen ganz dazu, tragen die gleichen grünen Arbeitshosen und Namensschilder wie alle Tierpfleger: Seit fünf Jahren arbeiten Anna Eckert, Michael Georgi und Andy Schröder im Tierpark Hagenbeck. Nichts besonderes? Stimmt. Dennoch sind Eckert, Georgi, Schröder ganz besondere Mitarbeiter.
Immer mittwochs sind sie im Tierpark im Einsatz, bedienen einen Schredder, reinigen das Mara-Haus, bereiten das Tierfutter vor und verteilen es. Anna Eckert, Michael Georgi und Andy Schröder sind behindert, „Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf“, wie es offiziell heißt. Die Initiative „Auf Achse“ vom Verein „Leben mit Behinderung Hamburg“ hat die Idee gehabt, wie sie außerhalb ihrer Tagesstätte arbeiten können.
Schritt für Schrtt neue Arbeitsfelder
Vor fünf Jahren startete das Projekt im Tierpark Hagenbeck mit drei Beschäftigten und zwei Mitarbeiterinnen der „Tagesstätte Ilse Wilms“. „Wir haben einfach mit dem ersten Schritt begonnen“, erklärt Claudia Bombis, Assistentin Zoomanagement bei Hagenbeck. Wo anfänglich nur Schilder reinigen auf dem Plan stand, wurde schrittweise getestet, was die behinderten Mitarbeiter alles machen können. „Wir setzen uns regelmäßig mit den Verantwortlichen der Initiative zusammen. Es soll für die Beschäftigten eine Bereicherung und für uns eine echte Hilfe sein“, erklärt Bombis.
Heute arbeiten bis zu sieben besondere Mitarbeiter immer mittwochs im Tierpark. Sie werden von vier Betreuern begleitet, schneiden Futter, häckseln Heu, packen Trockenfutter zum Verkauf im Shop ab und reinigen Tierhütten – wichtige Tätigkeiten, die eine echte Entlastung für die Tierpark-Mitarbeiter sind. Die Kollegen mit Behinderung wurden inzwischen voll in die Gemeinschaft aufgenommen.
Für Anna Eckert, Michael Georgi, Andy Schröder und drei bis vier andere Kollegen sind die Hintergründe nicht wichtig. Sie freuen sich jede Woche auf den tatkräftigen Außer-Haus-Einsatz im Tierpark: Hier sind sie mit den Abläufen vertraut, kennen die unmittelbaren Kollegen und die Örtlichkeiten. Gerade die Wiederholungen geben ihnen die Sicherheit, die sie brauchen, um emotional frei und mit viel Freude arbeiten zu können – und auch mal zu feiern: Den fünften Jahrestag begehen alle zusammen im Orang-Utan-Haus.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.