Sielbau im Schanzenviertel: Riesenbohrer legt bald los

Hier geht es los in Richtung St. Pauli: Der Siel-Bohrer startet nächste Woche in der Baugrube am Kleinen Schäferkamp. Getauft wurde er auf den Namen Ulrike – Namenspatin war Dr. Ulrike Abeling. (Foto: Hamburg Wasser)

Hamburg Wasser bereitet nächste Etappe für Bau des neuen Supersiels vor

Ab Montag, 8. September, wird sich ein Riesenbohrer unter dem Schanzenviertel hindurchgraben. Das Elbe Wochenblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was wird da gemacht?
Hamburg Wasser baut ein zusätzliches Siel, das Schmutz- und Regenwasser vom nördlichen Eimsbüttel zu einem Klärwerk im Hafen befördern soll. Das Rohr mit einem Durchmesser von 2,40 Metern verläuft vom Weidenstieg aus unterhalb von Weidenallee und Schanzenstraße bis hin zum Neuen Pferdemarkt und dann weiter zum Hafenrand.

Was ist schon fertig?
Der Tunnel zwischen St. Pauli Hafenstraße und Neuem Pferdemarkt ist gegraben.

Was passiert als Nächstes?
Von einer Grube an der Ecke Kleiner Schäferkamp / Schanzenstraße aus wird ab Montag, 8. September, gegraben. Ein Riesenbohrer startet zunächst in Richtung St. Pauli – rund 800 Meter Tunnel sollen entstehen. Etwa im Dezember soll der Bohrer am Neuen Pferdemarkt ankommen. Anschließend wird das Teil zerlegt und überirdisch wieder in die Grube an der Schanzenstraße bugsiert. Ab Frühjahr 2015 soll die Maschine dann die Schlussetappe nach Norden in Richtung Weidenstieg graben – etwa 700 Meter lang.

Wie tief wird gebuddelt?
Das neue Siel verläuft in 14 bis 27 Metern Tiefe. Gesamtlänge bis zum Hafen: 3,6 Kilometer.

Bleibt das alte Siel bestehen?

Ja, es wird saniert.

Warum brauchen wir überhaupt ein neues Siel?

Schiet- und Regenwasser sollen schneller abfließen. Zudem soll verhindert werden, dass die dreckige Brühe aus den Sielen in den Isebekkanal überschwappt. Das passiert bisher mehrere Male pro Jahr, wenn die Siele bei starkem Regen randvoll sind.

Wie groß ist die Kapazität nach dem Umbau?
Das alte und neue Siel zusammen werden insgesamt ein Fasungsvermögen von etwa 23.300 Kubikmetern haben – das ist mehr als das Doppelte des bisherigen Volumens. In die Siele passt dann ungefähr so viel Wasser wie 215.000 Hamburger am Tag verbrauchen!

Was passiert derzeit am Weidenstieg?
Die Zielbaugrube am Isebekkanal ist fast fertig, es werden noch letzte Sicherungspfähle aus Stahlbeton eingebaut. Anschließend wird dort eine rechteckige Grube ausgehoben.

Ein paar Zahlen, bitte!


Gesamtlänge des neuen Siels: 3,65 Kilometer
Durchmesser: 2,40 Meter
Baustart: Ende 2011 / Fertigstellung: 2017
Das Rohr verläuft in 14 bis 27 Metern Tiefe
Baukosten: 53 Millionen Euro
Fassungsvermögen neu: 23.300 Kubikmeter (entspricht in etwa dem Wasserverbrauch von 215.000 Hamburgern!)
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