Sielbau: 20 Bäume müssen am Isebekkanal weg

Das ist die Geheimwaffe von Hamburg Wasser: Dieser Bohrer frisst sich in bis zu 30 Metern Tiefe durch den Boden. Er gräbt eine Röhre für das neue Abwassersiel, das den Eimsbütteler Schiet an den Hafen transportieren soll. (Foto: Hamburg Wasser)

Hamburg Wasser buddelt eine Riesenbaugrube am Weidenstieg

Reinhard Schwarz, Eimsbüttel – Auf die Anwohner des Weidenstiegs kommt einiges zu: Von Mai 2014 bis Dezember 2015 wird ihre Straße zur Großbaustelle. Hamburg Wasser baut ein neues Abwassersiel. Dafür wird eine Riesengrube am Weidenstieg ausgehoben. Der Krater auf der kleinen Grünfläche am Isebekkanal, schräg gegenüber vom Bunker, soll einen Durchmesser von 13 Metern haben und bis zu 19 Meter tief werden. Es werden etwa 20 Bäume gefällt, weil sie direkt auf der zukünftigen Baufläche stehen. Ob das so gut ankommt, da in den vergangenen Jahren immer wieder ein Kampf ums Grün am Isebekkanal tobte?
Innenstadt-Entlastungskonzept ist der Name des 42-Millionen-Euro-Projekts. Mitarbeiter von Hamburg Wasser informierten jüngst in der Christuskirche über die anstehenden Bauarbeiten. Um die Rohre zu verlegen, müssen nicht mehr wie früher die Straßen komplett aufgerissen werden. Vielmehr erledigt eine Maschine die Arbeit unterirdisch in bis zu 30 Metern Tiefe. Doch gerade das beunruhigt viele Anwohner. „Wie laut wird denn das Ganze?“ – „Tagsüber 55 Dezibel, nachts 35 Dezibel“, antwortete ein Experte, ohne allerdings zu erläutern, wie laut das nun jeweils ist. Eine Frau fragte nach möglichen Erschütterungen. Auch hier war die Antwort bestimmt bis unbestimmt: „Die Arbeiten sind erschütterungsfrei bis erschütterungsarm.“
Eine weitere Anwohnerin erinnerte an „Gewerbetreibende, die mit starken geschäftlichen Einbußen zu rechnen haben“ und fragte nach Ansprechpartner für Beschwerden. „Beeinträchtigungen sind zu erwarten“, räumte ein Hamburg Wasser-Mann ein. „Wir versuchen im persönlichen Gespräch gemeinsam Lösungen zu finden.“
Am Weidenstieg wird „mit schwerem Gerät“ eine Bohrpfahlwand 19 Meter tief in den Boden getrieben. Von Juli bis September 2013 werden an derselben Stelle Trinkwasserleitungen um einige Meter verlegt, da sie bei den Großbauarbeiten im folgenden Jahr beschädigt werden könnten. Dabei handele es sich aber um eine kleinere Baumaßnahme mit wenigen Beeinträchtigungen, so ein Sprecher. Weitere Infos unter http://www.hamburgwasser.de/iek-tagebuch.html

Hintergrund:
Das neue Siel soll Regen- und Abwasser unter Eimsbüttel und St. Pauli hinweg bis zum Pumpwerk am Hafen leiten. Die alten Siele fassen die Wassermassen häufig nicht mehr. Zwei bis drei Mal im Jahr, so die Experten, läuft daher verschmutztes Regenwasser und häusliches Abwasser in den Isebekkanal und führt dort zu einem Fischsterben. Das soll zukünftig verhindert werden. Zudem stammen die alten Abwassersiele noch aus dem Jahr 1902, wurden zuletzt 1960 renoviert und werden nun modernisiert.
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