Sie ist Präsidentin der Hamburger Architekten

Seit 2014 Präsidentin der Hamburgischen Architektenkammer: Karin Loosen. foto: stahlpress

Porträt: Karin Loosen mag die Hafencity und Riesling

VOLKER STAHL, Ottensen
Es ist kein Zufall, dass Karin Loosen Architektin wurde. Schon als Schülerin hat sie im Architekturbüro ihres Onkels Bauzeichnungen mit der Rasierklinge korrigiert. Ihr gefielen die kreativen Entwürfe, die sie überarbeiteten musste. „Und eine unternehmerische Ader habe ich auch“, sagt die Frau, die sich als 31-Jährige mit zwei Partnern selbstständig gemacht hat und seit 2014 der Hamburgischen Architektenkammer als Präsidentin vorsteht.
Die Tätigkeit einer Architektin in einer so exponierten Position verlangt mehr als das Entwerfen von Häusern. Auch die Beschäftigung mit Stadtentwi-cklung, Baugeschichte und Soziologie ist unabdingbar, um die Frage beantworten zu können: Was macht ein Wohnviertel attraktiv? „Wenn Lebendigkeit entsteht. Dazu muss man eine Nutzungsoffenheit in den Erdgeschossen und gute Grundrisse schaffen. Außerdem muss nachhaltig geplant werden“, betont Loosen. Ein Gebäude sollte die Chance bekommen, alt zu werden, also mit nachhaltigen Baustoffen erstellt werden – „möglichst ohne die elenden Wärmedämmungs-Verbundsysteme“.
Loosen wohnt und
arbeitet in Ottensen
Karin Loosen selbst wohnt in einer Etagenwohnung in der Nähe ihres Büros im Stadtteil Ottensen. Am Wochenende zieht es sie aufs Land. In der Nähe von Hannover besitzt sie ein Häuschen mit Garten. Ein Kontrast zur pulsierenden Stadt, in der vielerorts Baukräne das Bild dominieren – wie in der Hafencity. „Der neue Stadtteil gefällt mir sehr gut, mal ganz abgesehen von seiner genialen Wasserlage“, schwärmt Loosen, „die dort definierten Baublöcke orientieren sich in ihrer Größe an der benachbarten Stadt. Auch in den Gründerzeitvierteln war die Struktur sehr stringent, die Bauten verfügten lediglich über mehr ornamentale Elemente.“


Karin Loosen
Karin Loosen wurde 1965 in Koblenz geboren und wuchs in der Nähe von Mainz auf. Nach dem Architekturdiplom an der Technischen Hochschule Darmstadt arbeitete sie zunächst frei im Hamburger Büro Ohrt, von Seggern & Partner. Am Norden gefallen ihr die Weite des Himmels und das „norddeutsche Temperament“. Nur die Weinkultur Rheinhessens vermisst sie etwas, freut sich aber über die Renaissance des Rieslings.
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