Senioren werden rausgeschmissen

Gerd Mertens (73) kommt immer gerne zum Seniorentreff im Kaiser-Friedrich-Ufer 5. Doch für die fröhliche Runde ist kein Platz mehr in dem Raum. Wo sollen die Senioren hin? (Foto: ap)

Nachbarschaftsrunde in Eimsbüttel steht bald auf der Straße

Von Aimée Polzin, Eimsbüttel – Seit sieben Jahren treffen sich rund 20 Senioren aus der Nachbarschaft in der Kantine am Kaiser-Friedrich-Ufer 5. Jeden Freitag und an Feiertagen halten sie dort bei Kaffee und Kuchen ein „Plauderstündchen“ ab. Doch in einer Woche ist Schluss: Der Treff muss zum 20. Juni raus. Aber wohin nur?
Bis jetzt durften die Senioren des „Neuen Treffs“ den hellen Raum nutzen, nachdem die Schulkinder des Gymnasiums Kaiser-Friedrich-Ufer gegessen hatten. „Was Besseres konnte man sich gar nicht vorstellen“, so Gerd Mertens (73), der den Treff seit Jahren organisiert. Was ist passiert? Die benachbarte Kita Kaifu (gehört zur Vereinigung Hamburger Kindertagesstätten) kaufte der Schule das Gebäude ab, um so ihrer jüngeren Klientel Essen anbieten zu können. Das Gymnasium selbst bekommt gerade eine neue Kantine auf dem Schulhof.
Fragt sich nun aber, was mit dem „Neuen Treff“ passiert. Denn wenn im bisherigen Domizil kleinere Möbel für die
Kitakinder aufgestellt werden, können die Alten den Raum nicht mehr nutzen. Die neue Kantine auf dem Schulhof
wäre eine Alternative. Doch es sieht nicht so aus, dass der
Seniorentreff da ein Plätzchen bekommt. Offenbar plant das Gymnasium anders.
Sicher ist zudem, dass für die Älteren der Zugang in das neue Gebäude schwierig wird, denn die Kantine ist nicht ebenerdig. Die Treppen stellen für die Senioren, von denen einer gerade 100 Jahre alt wurde, ein großes Hindernis dar.
Auch sonst waren alle glück-lich mit dem alten Raum, in dem sogar eine kleine Küche vorhanden ist. Besonders geschätzt wird von den Senioren auch die Begegnung mit jungen Menschen. „Wir wollen Kontakt“, so Mertens. Anlässlich zweier Geburtstage schauten die Kinder der Kita spontan vorbei und sangen einige Lieder. Diesen Freitag wollen sich alle Parteien noch einmal zusammensetzen. Vielleicht findet sich ja noch ein passendes Plätzchen für die Senioren. Mertens und seine Mitstreiter hoffen fest darauf.
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