Schutzschirm mit Löchern

In begehrten Altbauquartieren wie dem nördlichen Eimsbüttel soll Immobilienspekulation erschwert werden.

Eimsbüttel: In welchen Vierteln eine soziale Erhaltungsverordnung gelten soll

Hohe Mieten, viele Interessenten, zahlungskräftige Käufer: Auf Eimsbüttels Wohnungsmarkt wird es immer enger für Durchschnittsverdiener. Die Bezirkspolitik will nun die Notbremse ziehen: Langjährige Mieter sollen besser vor Verdrängung geschützt werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten.


Was ist geplant?

Für Teile von Eimsbüttel, Hoheluft-West und Stellingens wird eine soziale Erhaltungsverordnung geplant. Das ist eine Art Schutzschirm gegen Luxusmodernisierungen und den Trend zu (teuren) Eigentumswohnungen. Langjährige Bewohner des Viertels sollen so vor Verdrängung geschützt werden.

Was schreibt eine solche Verordnung vor?
Wenn ein Eigentümer das Bad sanieren lassen, neue Grundrisse ziehen oder Wohnungen zusammenlegen will, muss dies vom Bezirksamt genehmigt werden. Das Amt prüft dabei, ob die Wohnungen möglicherweise deutlich teurer werden könnten und so zahlungskräftigere Bewohner anlocken, die weniger finanzstarke verdrängen. Die Stadt hat auch ein Vorkaufsrecht, um Spekulation mit Grundstücken vorzubeugen.

Was kann nicht verhindert werden?
Reguläre Mieterhöhungen sind gemäß den geltenden Regeln weiterhin möglich, auch der Weiterverkauf von Wohnungen, Häusern und Grundstücken wird nicht untersagt.

Wo genau soll die Verordnung gelten?
Im wesentlichen im nördlichen Stadtteil Eimsbüttel – ausgenommen wird unter anderem das Villenquartier rund um den Park Am Weiher. In Hoheluft-West wird nur das Gebiet zwischen Gärtnerstraße und Troplowitzstraße einbezogen, das Generalsviertel zwischen Isebekkanal, Hoheluftchaussee, Gärtnerstraße und Mansteinstraße bleibt außen vor. In Stellingen soll der Erlass nur für den südlichen Zipfel – in etwa zwischen Steenwisch, Eidelstedter Weg und Brehmweg – gelten.

Ab wann gilt der Schutzschirm?
Steht noch nicht genau fest, voraussichtlich etwa Mitte 2016.

Warum werden einige Gebiete ausgeklammert?
Begründung des Bezirksamts: Verdrängungseffekte und Spekulation werden am ehesten in lukrativen Altbauvierteln mit einem hohen Mieteranteil und noch moderaten Mieten vermutet. Im Viertel rund um den Weiher gibt es zum Beispiel viele Villen oder bereits teure Eigentumswohnungen, so das Amt. Für das begehrte Generalsviertel sei es ebenfalls zu spät: Auch hier seien Mietniveau und Eigentumsanteil schon zu hoch. „Der Zug ist abgefahren“, lautet die Einschätzung des Amts.
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