Schulversuch: Rellinger Straße zieht positive Zwischenbilanz

Gemeinsam lernen macht mehr Spaß und bringt weiter: An der Schule Rellinger Straße werden seit Jahren neue Lernformen erprobt – die Schule sieht sich durch die Ergebnisse bestätigt.

„Relli“-Schüler kommen gut weiter

An der Schule Rellinger Straße lernen Schüler sechs Jahre, dann gehen sie an ein Gymnasium oder eine Stadtteilschule. Zudem sind Viert- bis Sechstklässler in gemeinsamen Lerngruppen zusammengefasst. Im Sommer verließ der erste Jahrgang die „Relli“ nach der sechsten Klasse – die Erfahrungen sprechen aus Sicht der Schule für das Konzept.
„Unsere Schüler konnten sich an weiterführenden Schulen schnell und gut einarbeiten“, sagt Silke Bluhm, stellvertretende Schulleiterin. Vor allem in Englisch seien die Abgänger gut vorbereitet, die Fremdsprache wird an der „Relli“ als Intensivfach unterrichtet.
22 Jungen und Mädchen wechselten im Sommer an andere Schulen – davon fünf auf Gymnasien, zehn an die Max-Brauer-Schule (die ein ähnliches Schulkonzept wie die „Relli“ hat) und sieben an Stadtteilschulen. Das längere gemeinsame Lernen – sechs statt vier Jahre – habe auch andere Erfolge vorzuweisen. So hätten nach der vierten Klasse sechs der 22 Schüler eine Empfehlung fürs Gymnasium erhalten, zwei Jahre später waren es zehn. „Etwas unsichere Kinder werden stabilisiert, ,Wackelkandidaten’ können weiter gefördert und gestärkt werden“, so Schulleiterin Petra Stumpf.
Die Schule sieht sich aber nicht nur dadurch bestätigt. Mit eigenständigem Lernen, dem Abschied von hierarchischen Strukturen und projektorientiertem Lernen stärke das „Relli“-Konzept auch Qualifikationen, die Arbeitgeber heute von Berufsanfängern fordern. „Flexibilität, Kooperation, Verantwortung: Genau darauf bereiten wir die Kinder vor“, so Blum.
So überzeugend viele Eltern das Schulkonzept finden: Nach der vierten Klasse gehen viele Kinder dann doch an andere Schulen. So sind derzeit im vierten Jahrgang 73 Kinder, im fünften 27 und im sechsten 32. Ein Problem sind die eingeschränkten Wahlfreiheiten nach Klasse Sechs: „Relli“-Schüler haben Plätze am Stellinger Albrecht-Thaer-Gymnasium und an der Stadtteilschule Stellingen sicher, nicht aber an den begehrten Eimsbütteler Gymnasien. Doch gerade diese bevorzugen viele Eltern.


Schulversuch

Die „Relli“ ist seit 2011 offiziell eine Versuchsschule für das sechsjährige gemeinsame Lernen. An drei weiteren Hamburger Schulen – darunter die Vizelinstraße in Lokstedt – wird dieses Modell auf zehn Jahre getestet. Erfahrungen mit altersgemischten Lerngruppen hat die Rellinger Straße schon seit einigen Jahren. Im Sommer wurde die Eimsbütteler Schule beim Deutschen Schulpreis ausgezeichnet.
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