Schulbehörde verweigert Neubau – Container bleiben zehn Jahre

Die Container auf dem Pausenhof der Schule Rellinger Straße bleiben nicht nur vorübergehend – sondern etwa zehn Jahre. Eltern protestieren gegen diese Zustände. Foto:cv

Schule Rellinger Straße: Wird das längere gemeinsame Lernen schleichend abgewickelt?

Zehn Jahre lernen in Blechbüchsen: Diese Aussichten treiben Eltern an der Schule Rellinger Straße auf die Barrikaden. „Die Behörde will hunderte Kinder dazu verdonnern, über Jahre in Containern unterrichtet zu werden, die nicht für einen Dauerbetrieb ausgerichtet und geeignet sind“, empört sich Tanja Pott, Vorsitzende des Elternrats.
Seit dem Sommer stehen insgesamt vier Container auf dem Pausenhof, weil im Gebäude nicht genug Platz ist. An der „Relli“ lernen Schüler bis zur sechsten Klasse – die Eimsbütteler Schule ist einer von hamburgweit vier Schulversuchen. Doch zusätzliche Räume werden nicht in einem Anbau geschaffen. Die Lösung sollen über zehn Jahre Container sein! Das geht aus dem Entwurf des Schulentwickungsplans hervor, der jüngst vorgestellt wurde. Ein Irrsinn, findet der Elternrat. Zumal allein die Mietkosten für die bisher vier Container auf zehn Jahre bei etwa 1,6 Millionen Euro liegen – so viel kostet schätzungsweise auch ein Anbau.
Zudem steht in dem Papier, dass drei Klassen pro Jahrgang an der Rellinger Straße nicht unterzubringen sind. Die Eltern schließen daraus: Es werden in Zukunft weniger sein, die Schule wird schrumpfen. Die GAL-Schulexpertin Stefanie von Berg befürchtet daher, „dass der Schulversuch zum längeren gemeinsamen Lernen bewusst zum Ausbluten gebracht wird“. Schulsenator Ties Rabe (SPD)habe offenbar „keinerlei Interesse an Schulentwicklung – nicht einmal an freiwilliger“.
Anders als im Schulgesetz vorgesehen, werden die Versuche bisher nicht wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Zudem bekommt die Rellinger Straße wie auch andere Vorreiterschulen keine Extra-Lehrerstunden für den zusätzlichen Aufwand in den Klassen 5 und 6. „Wir leisten hier gute Entwicklungsarbeit, dafür bekommen wir aber nicht die notwendige Unterstützung von der Schulbehörde“, kritisiert Schulleiterin Petra Stumpf.
Die Behörde selbst antwortete nicht auf Anfragen des Wochenblatts.
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