Schulbehörde krempelt Integrationsklassen um

Integrativer Unterricht in der Schule Kielortallee: Vanessa (9) und Sonderpädagogin Silke Paulsen. Wie gut solche Integrationsklassen zukünftig ausgestattet werden, ist derzeit unklar. Foto:cvs

Lehrer nach Bedarf: Konzept der Schulbehörde setzt neue Standards fest

Ch. von Savigny/C. Vitt, Eimsbüttel – Integrationsklasse, integrative Regelklasse, integratives Förderzentrum: Hamburger Eltern, die ihr behindertes Kind zusammen mit nicht-behinderten Schülern aufwachsen lassen wollen, steht eine Fülle von Möglichkeiten zur Verfügung. Im vergangenen Schuljahr ist ein weiteres Konzept hinzugekommen – Inklusion. Es besagt, dass Kinder mit „sonderpädagogischem Förderbedarf“, so der korrekte Begriff, ab sofort eine Regelschule besuchen dürfen. Hamburg setzt damit einen UN-Beschluss um, der allen Kindern das gleiche Recht auf Bildung zubilligt.
Doch wie werden Schulen mit Personal und Räumen ausgestattet? Schulsenator Ties Rabe stellt diese Woche seine
Eckpunkte dafür vor. Die von vielen Elternräten und Schulen geforderten Stellen für eine durchgängige Doppelbesetzung (zweite Lehrkraft) wird es voraussichtlich nicht geben.
Auch die bisherigen Förderkonzepte werden verändert. Beispiel Integrationsklassen (I-Klassen) – ein Modell, das es etwa an der Schule Kielortallee in Eimsbüttel seit 25 Jahren gibt. Dort sind außer dem Klassenlehrer noch eine Sonderpädagogin und eine Erzieherin eingesetzt. Für maximal 20 Schüler, davon vier Kinder mit Behinderungen. Rabe zufolge werden die I-Klassen in der bisherigen Form auslaufen.
Fortan werde es zwar weiterhin solche Klassen geben, aber die Schulen sollten das zusätzliche Personal erst erhalten, wenn entsprechend förderberechtigte Kinder dort angemeldet werden. Die Ausstattung soll dann annähernd gleich sein wie bei dem bisherigen Modell.
Noch relativ neu unter den Förderkonzepten ist die Idee des Integrativen Förderzentrums (seit 2007): Zwei Pilotprojekte gibt es in Hamburg – eins davon im Bezirk Eimsbüttel. Die Schule Bindfeldweg in Niendorf unterstützt 18 Grundschulen im Umfeld mit sonderpädagogischem Personal. Diagnostik, Extra-Förderunterricht und Elternberatung werden ebenfalls angeboten. Solche spezialisierten Zentren bleiben voraussichtlich erhalten.
Rabes Konzept soll zum Sommer 2012 umgesetzt werden.

Übersicht: die Förderkonzepte
Integrationsklasse: Vier Förderkinder und bis zu 16 „normale“ Schüler werden gemeinsam unterrichtet.

Integrative Regelklasse: Alle Kinder besuchen gemeinsam die Schule. Der Förderbedarf wird im Vorfeld nicht diagnostiziert.

Integratives Förderzentrum: Eine zentrale Schule versorgt die Schulen in ihrem Umfeld mit sonderpädagogischem Personal, Diagnostik, Beratungs- und Förderangeboten.

Inklusion: Eltern dürfen ihr behindertes Kind für jede beliebige Schulform anmelden. Die Lerninstitute müssen selbst für Fördermaßnahmen sorgen. CVS
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