Schnellere Busse: Politiker bleiben skeptisch

Pläne für den Busverkehr an der Kreuzung Grindelallee/Beim Schlump: Die Haltestelle Bezirksamt Eimsbüttel wird in Richtung Norden hinter die Ampel verlegt, um Wartezeit zu sparen.

Verkehrsbehörde stellt Umbau des Bussystems in Eimsbüttel vor – Bezirkspolitiker vermissen wichtige Zahlen

Ein paar Details mehr sind nun auf dem Markt, Eimsbüttels Bezirkspolitiker sind aber nicht zufrieden. Die Verkehrsbehörde hat ihre Pläne für schnellere Busse erneut vorgestellt. Skepsis bleibt.
Im Laufe des Jahres sollen Haltestellen oder Kreuzungen entlang der Metrobuslinie 5 umgebaut werden (siehe unten). Das Ziel: Die Busse sollen schneller werden, so mehr Fahrgäste transportieren. Zum einen ist geplant, den Bussen an Ampeln Vorfahrt zu gewähren, damit sie bei Grün durchschlupfen, um danach die Haltestelle anzufahren. Stationen sollen entsprechend hinter Ampeln verlegt werden. Die Logik: Busse müssen nicht an Haltestelle und Ampel doppelt warten, sondern sparen sich eine zeitraubende Wartephase. Das ist stadtauswärts zum Beispiel an der Station Staatsbibliothek und in beiden Richtungen an der Kreuzung Grindelallee/Beim Schlump vorgesehen. Die Haltestelle Bezirksamt Eimsbüttel soll dann auch der 4er-Bus anfahren, der eine extra Abbiegespur bekommt. In Richtung Norden biegt dieser jetzt vorher ab.
Kritik kam von der Bezirkspolitik, da an dieser Stelle viel Geld (zwei Millionen Euro) ausgegeben werden soll, aber die Planer bisher keinen konkreten Nutzen – eingesparte Fahrzeit in Minuten – angeben konnten. Genaue Zahlen gibts jetzt auch noch nicht. Die Hochbahn rechnet für die ganze Strecke der 5er-Linie mit einer um etwa 20 Prozent verkürzten Fahrzeit. Damit wäre auch ein kleinerer Takt – vier statt bisher fünf Minuten – zwischen den Bussen möglich. So sollen mehr Fahrgäste befördert werden.
Bezirkspolitiker sind skeptisch, ob die errechneten Ausgaben – fünf Millionen Euro für den Umbau von vier Stationen in Eimsbüttel – gerechtfertigt sind. „Obwohl Busse durch Ampeln weniger aufgehalten werden, wird dies nur an vier von acht Haltestellen umgesetzt“, bemängelt zum Beispiel Fabian Klabunde (GAL). FDP-Fraktionschef Lutz Schmidt vermisst „ein stimmiges Gesamtkonzept“. Der Wunsch der Bezirkspolitik, den 4er-Bus durch die Bundesstraße fahren zu lassen, wird abgelehnt.
Staatsrat Andreas Rieckhof sagt zu Wünschen aus Eimsbüttel: „Wir versuchen, bezirkliche Interessen mit einzubeziehen, aber nicht um den Preis, dass wir durch faule Kompromisse das Ziel nicht erreichen.“ Mit anderen Worten: Die Verkehrsbehörde hat die Planungshoheit, und wird das durchsetzen, was sie für richtig hält.

Das ist geplant:
Mit durchschnittlich 16 km/h zuckelt der 5er-Bus durch Eimsbüttel, fast die Hälfte der Reisezeit wird an Haltestellen verplempert. Um dies zu ändern, soll an folgenden Stellen umgebaut werden:
– Station Staatsbibliothek: Die Haltestelle in Richtung Norden wird hinter die Ampel verlegt.
– Kreuzung Grindelallee/Beim Schlump: Die Haltestellen werden in beide Richtungen hinter die Ampeln verlegt. Der 4er-Bus und der 15er-Bus bekommen eine neue Haltestelle in der Straße Beim Schlump.
– Gärtnerstraße/Hoheluft-chaussee: Busse der Linien 20/25 sollen stadteinwärts an der Haltestelle des 5er-Busses stoppen, um so bessere Umsteigemöglichkeiten zu bieten.
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