Schikanen auf dem Gehweg – was tut das Bezirksamt?

Mit Mühe kommen Viola Meier und Annegret Prütz mit dem Rollstuhl durch die Schwenckestraße. Doch an einer Ecke sind so viele Kuhlen, dass sie auf die Straße ausweichen müssen.
 
Holperpiste: Zwischen Stellinger Wg und Osterstraße ist der Gehweg der Schwenckestraße in einem schlimmen Zustand.
Hamburg: Schwenckestra |

Warum eine Rollstuhlfahrerin an der Schwenckestraße in Eimsbüttel nicht weiterkommt

Schiefe Gehwegplatten, Kuhlen und Löcher, Stolperkanten: Eimsbüttels Gehwege sind an hunderten Stellen kaputt – in der Schwenckestraße ist es besonders schlimm.

Die Schwenckestraße entlang bis zur Osterstraße: Für Viola Meier ist das ein Weg voller Hindernisse. Die 48-Jährige sitzt im Rollstuhl. „Ich muss genau aufpassen. wo ich langfahre. Auf dem Weg komme ich immer wieder in Kuhlen, da geht es dann nicht weiter“, klagt die Eimsbüttelerin.
Vor allem zwischen Stellinger Weg und Osterstraße ist der Gehweg vor den ungeraden Hausnummern an der Schwen-ckestraße in einem katastrophalen Zustand. Viele Gehwegplatten liegen schief, wackeln und ragen mit ihren Kanten mehrere Zentimeter heraus. An etlichen Stellen fehlen Platten ganz, da sind Kuhlen. Auch wenn Viola Meier im Rollstuhl von ihrer Mutter Annegret Prütz geschoben wird, ist es eine Fahrt mit Schikanen. Vor der Hausnummer 37 geht es nicht weiter: Zu viele Kuhlen hintereinander, da kommen sie nicht mehr durch. Das letzte Stück bis zur Osterstraße weicht Meier auf die Straße aus.
Mehrmals haben Anwohner der Schwenckestraße Passanten stürzen sehen: An den vielen Kanten auf dem Gehweg blieben Fußgänger immer wieder hängen. „Der Zustand ist furchtbar. Da muss was gemacht werden“, klagt eine ältere Anwohnerin mit Rollator.
Das Bezirksamt Eimsbüttel sieht das anders: „Die Beurteilungsmaßstäbe, ab wann eine Situation behandelt werden muss, sind häufig nicht mit den Wünschen der Bevölkerung deckungsgleich“, sagt Sprecherin Aileen Röpcke. Das Bezirksamt gehe den Mängeln „im Rahmen seiner Möglichkeiten“ nach, es gebe jedoch Einschränkungen: fehlendes Geld, nicht genug Personal, mangelhafte Möglichkeiten zur Aufnahme von Schäden. Dieses Jahr wurden der Behörde 3.800 Mängel gemeldet – das Amt bemühe sich, mit digitalen Systemen einen besseren Überblick zu erreichen und so Schäden beseitigen zu können. Eine Untätigkeit liege aber nicht vor, so Röpcke.
Heißt im Klartext: Wir tun, was wir können, schaffen aber nicht alles.

Die Antwort des Bezirksamts im Wortlaut:


"Natürlich ist der Zustand der öffentlichen Infrastruktur nicht zufriedenstellend. Es gibt eine Vielzahl von Defiziten bei der Infrastruktur im öffentlichen Raum. Die Beurteilungsmaßstäbe, ab wann eine Situation behandelt werden muss, sind häufig nicht mit den Wünschen der Bevölkerung deckungsgleich. Weiterhin gibt es häufig Restriktionen, die ein Eingreifen der Verwaltung behindern. Diese sind vielfältig und spannen einen Bogen über fehlende Haushaltsmittel, nicht ausreichende Kapazitäten zur Umsetzung, mangelhafte Möglichkeiten zur Aufnahme und Überwachung, fehlende nachhaltige Lösungen für technische Probleme, Baum versus Gehweg, aus der Nutzungskonkurrenz resultierende Konflikte, etc.

Sämtliche Meldungen über Mängel im öffentlichen Raum wird im Rahmen unserer Möglichkeiten nachgegangen und eine Lösung unter Berücksichtigung sämtlicher Grundbedingungen angestrebt. Eine Untätigkeit liegt nicht vor. Vielmehr bemühen wir uns durch die aktuelle Einführung digitaler Systeme eine bessere Übersicht zu erhalten und eine verbesserte Schwerpunktbildung bei der nachhaltigen Beseitigung von Missständen zu erreichen. Bisher haben wir, Fachamt Management des öffentlichen Raumes, für das Jahr 2014 3.800 Meldungen und Beschwerden über Mängel im öffentlichen Raum erhalten."
 auf anderen WebseitenSenden
2 Kommentare
41
Anne Jürling aus Bahrenfeld | 03.12.2014 | 16:56  
10
Jan Friedrichs aus Hoheluft-West | 03.12.2014 | 23:59  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.