Schanze: Streit um ein paar Zentimeter Gehweg

Schanzen-Anwohnerin Corinna Stern (39), Mutter der Zwillinge Jimmi und Jonna (sechs Wochen): „Ich finde die Neuregelung super, weil ich einfach Platz brauche für meine Zwillinge. Vor allem in der Susannenstraße und am Schulterblatt ist es schwierig, mit dem Zwillingswagen durchzukommen.“ Vater Matthias Alpen (36): „Ich kann die Argumentation von Gastronomen wie dem ‚Hatari’ (Schanzenstraße, d. Red.) verstehen, da die Bürgersteige dort nicht so breit sind." (Foto: rs)

Neue Regeln für die Außengastronomie: Ist nun mehr Platz für Eltern mit Kinderwagen?

Von Reinhard Schwarz, Sternschanze – Im Schanzenviertel ist erneut ein Streit um die Außengastronomie entbrannt. Grund: Der Bezirk verlangt von Café- und Restaurantbetreibern einen Abstand von zwei Metern ab der Außenkante der Tische bis zum Straßenrand. Bisher brauchten die Gastronomen lediglich einen 1,50 Meter breiten Streifen für Fußgänger freizuhalten.
Die Wirte fürchten um ihr Frühlings- und Sommergeschäft, tragen doch gerade die lauen Abende ordentlich zum Umsatz bei. Entsprechend laufen sie Sturm gegen die neue Regelung und haben eine Initiative gegründet. Plakativer Titel: „Kein Platz mehr in der Sonne“. Bereits mehr als 10.000 Gäste im Schanzenviertel und in Ottensen haben laut Initiatoren bereits unterschrieben.
„Etliche Betreiber müssen damit rechnen, keine Genehmigung für Außengastronomie mehr zu erhalten“, befürchtet Stefan Schmitz, Mitbegründer der Gastronomie-Initiative Altona. Wesentliche Teile des Schanzenviertels wie etwa das Schulterblatt und die Susannenstraße gehören seit einigen Jahren zu Altona. Unterstützt werden die Gastronomen von der Handelskammer Hamburg und dem Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Hamburg.
Laut Altonas Bezirksamtssprecherin Kerstin Godenschwege soll die neue Vorschrift vor allem Fußgängern und Eltern mit Kindern mehr Platz schaffen. „Wenn jemand mit dem Kinderwagen auf die Straße ausweichen muss, ist die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer nicht mehr gegeben“, betont sie. Eltern mit Kleinkindern, die sich täglich mit ihren Kinderwagen durch die vollgestellten Gehwege ihren Weg bahnen müssen, äußern Verständnis für die neue Regelung. Kathrin Krüll (32) aus Bahrenfeld, Mutter von Mikke (zehn Wochen), sagt zum Beispiel: „Generell finde ich es schon besser, nicht ständig mit dem Kinderwagen auf die Straße ausweichen zu müssen, obwohl ich auch gerne im Café draußen sitze.“

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