Salat und Kartoffeln direkt vom Bio-Bauern

Sie beziehen ihr Gemüse direkt vom Ökohof: Nele Potratz (v. li.), Tessa Lorenz, Karl Schaaf, Siegfried Heidon und Marco Schabigoal von der Eimsbütteler Initiative. (Foto: cvs)

Eimsbütteler gründen Kooperative für solidarische Landwirtschaft

Christopher von Savigny, Eimsbüttel – Der Inhalt des Korbes sieht frisch und appetitlich aus: Schöne rote Tomaten, ein dicker Weißkohl, knackiger Salat, Porree und Bohnen, sowie Kartoffeln und Möhren, an denen noch ein Rest Ackererde klebt. Macht insgesamt knapp zehn Kilo feinstes Bio-Gemüse, das von einem Öko-Bauernhof in Norddeutschland stammt. „Das Gemüse schmeckt gut, und wir wissen, woher es kommt“, sagt Tessa Lorenz.
Zusammen mit derzeit acht Haushalten im Hamburger Nordwesten hat die Eimsbüttelerin eine Initiative für „Solidarische Landwirtschaft“ gegründet. Das Prinzip: Jeder Teilnehmer zahlt monatlich einen bestimmten Beitrag und erhält dafür Produkte vom Hof. Vorbild ist ein Projekt in den USA mit dem Namen „Community Supported Agriculture“ – eine Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft, die ohne Zwischenhändler auskommt und sich solidarischen Richtlinien unterwirft. Grundlegend ist, dass die Gruppe die Abnahme der Erzeugnisse garantiert und die Ernte somit vorfinanziert. „Unsere Mitglieder erhalten frische, ökologisch produzierte Nahrungsmittel“, erklärt Lorenz. „Sie wissen, wo und wie sie angebaut werden, wer sie anbaut und zu welchen Kosten.“
Die Teilnehmer der Eimsbütteler Bio-Kooperative sind zwischen 20 und 50 Jahre alt, Singles sind ebenso darunter wie junge Familien. Jeder von ihnen erhält regelmäßig eine Kiste mit Gemüse und Obst der Saison. Im Winter ist zudem frisch geschlachtetes Fleisch von Rindern, Schweinen und Hühnern im Angebot. Wünsche können geäußert werden – eine Garantie auf bestimmte Produkte gibt’s allerdings nicht. Das Projekt ist gerade erst angelaufen: Karl Schaaf, einer der Initiatoren, holt die Ware vorerst einmal pro Monat mit seinem Lieferwagen ab. Inklusive Spritgebühr und Kistenpfand werden 25 Euro pro Ökokiste fällig. „Denkbar ist auch eine wöchentliche Abholung“, sagt Schaaf. Weitere Mitstreiter sind willkommen.
Im kühlen Kellerabteil bleiben Obst und Gemüse mehrere Wochen lang frisch. Tessa Lorenz weiß schon, was sie als erstes kocht: „Bohnensalat mit Pellkartoffeln, Zwiebeln und Balsamicoessig – lecker“, sagt sie.
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