Saga bekommt die Brammerfläche

Der Beachclub Central Park steht vor einer ungewissen Zukunft: Voraussichtlich 2021 muss die Außengastronomie weg. Foto: GE

Sternschanze: Ideengeber aus dem Viertel fühlen sich übergangen

Gerd Eichbaum, Sternschanze
Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt. Manchmal wird sie aber auch zu Grabe getragen, bevor sie die Gelegenheit dazu hatte. So geschehen nach der Entscheidung der Senatskommission für Stadtentwicklung, die sogenannte Brammerfläche an der Altonaer Straße an die SAGA zu vergeben.„Mit uns hat nach der Entscheidung noch niemand gesprochen. Wir haben nichts in der Hand“, antwortet John Schierhorn auf die Frage nach der Zukunft seiner Pläne. Der Betreiber des derzeit noch auf der Fläche beheimateten Beachclubs „Central Park“ hatte ein mit dem Bezirk abgestimmtes Konzept für eine Mischung aus Wohnungen, Kleingewerbe und öffentlichen Flächen entwickelt. Mit der Entscheidung der Senatskommission sind sowohl das Konzept als auch der bezirkliche Einfluss auf die Bebauung vom Tisch.
Ebenfalls weichen muss die Bauwagengruppe Zomia, die seit Juli 2012 dort eine ursprünglich bis zum Februar 2014 vertraglich geduldete Bleibe gefunden hat.
Allerdings gibt es für „Central Park“ und Zomia noch eine mehrjährige Zeitspanne, um sich mit dem Gedanken anzufreunden und eventuell nach Alternativen zu suchen. Wahrscheinlich von Ende 2021 an beansprucht zunächst einmal die Deutsche Bahn das gesamte Gelände. Dort sollen nämlich die riesigen Teile für die neue Sternbrücke zusammengebaut werden, um schwierige Schwerlasttransporte durch die gesamte Stadt zu vermeiden. Derzeit weiß die Bahn AG aber noch nicht einmal, wie genau die neue Brücke aussehen muss, weil noch nicht klar ist, wie die Stresemannstraße zukünftig aussehen wird. Klar ist bislang nur, dass die Konstruktion zukünftig pfeilerfrei über der Stresemannstraße hängen wird. Ende 2023 sollen die Bauarbeiten nach derzeitigem Stand abgeschlossen sein.
Mit der Errichtung der neuen Sternbrücke und der Neugestaltung des Bahndamms verlieren auch die Clubs „Astra-Stube“ und „Waagenbau“ ihre Bleibe.
„Wir warten erstmal ab, was passieren wird. Mehr können wir momentan ohnehin nicht tun“, sagt Schierhorn. Mit einer Kontaktaufnahme seitens der SAGA rechnet er nicht.


Brammerfläche
Etwa 200 Wohnungen, eine Kita, Platz für Gewerbe und Clubs: Das hatten Schanzen-Gastronom John Schierhorn (Central Park, Waagenbau) und seine Mitstreiter auf der Fläche zwischen Schulterblatt, Bahndamm, Lippmannstraße und Max-Brauer-Allee vorgesehen. Geschätzte Kosten: etwa 100 Millionen Euro.2013 bremste die Finanzbehörde diese Pläne aus, da sie eine Ausschreibung für die zukünftige Bebauung vorsah. Zwischenzeitlich wurde auch diese gestoppt, nun kommt die städtische Saga dort zum Zug.
Das ursprünglich für eine rein gewerbliche Nutzung vorgesehene Gebiet hat seinen Namen von den Neubauplänen des Autohauses Brammer, die jedoch nie verwirklicht wurden.
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