"Rufmord": Kein Pardon vom Bezirksamt Eimsbüttel

Was für ein Wirbel um diese ehemalige Tanke am Grindelberg 62: Noch-Pächterin Elke Gewe fühlt sich von Plänen des Bezirksamts überrumpelt und geschädigt. Sie fordert eine Entschuldigung von Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke. Dieser wiegelt ab.

Ärger um Ex-Tanke am Grindelberg: Autohändlerin will eine Entschuldigung von Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke

Nochmal Knatsch um die Ex-Tanke am Grindelberg 62: Noch-Pächterin Elke Gewe will es nicht hinnehmen, dass ihr Autohandel ins Abseits gedrängt wurde. Sie fordert eine Entschuldigung von Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke, den sie als Hauptverantwortlichen für den „Rufmord“ an ihr sieht.
Anlass für den Streit: Sevecke und Autohändler Sirri Karabag hatten im Dezember vorigen Jahres große Pläne in die Presse gebracht, dass anstelle des jetzigen Gebrauchtwagenhandels eine Leihstation für Elektromobile entstehen soll. Partner für das Prestige-Projekt in der ehemaligen Tankstelle am Grindelberg 62 sollte der Lokstedter Elektro-Autohändler Karabag werden. Allerdings hatte Gewe zu dem Zeitpunkt noch einen gültigen Mietvertrag und beabsichtigte nicht, diesen zu kündigen. Nach der Presse-Veröffentlichung erhielt die 73-Jährige ominöse Drohanrufe auf ihrem Geschäftstelefon. Erst daraufhin kündigte sie das Mietverhältnis bei der Saga, dem Eigentümer der Immobilie.
Was ist nun los? Die Saga wollte Gewe dazu bewegen, die Kündigung zurückzunehmen. „Die Saga bot mir an, das Vertragsverhältnis fortzusetzen“, so die Geschäftsfrau. Ihr schwebte allerdings ein Zeit-raum von zwei Jahren vor, den der Vermieter offenbar nicht gewähren wollte. Für Gewe ist nun klar: Sie geht weg vom Grindelberg.
Aber: „Ich erwarte von Herrn Sevecke eine öffentliche Entschuldigung für den an mir begangenen Rufmord“, so Gewe. Sevecke sieht das nicht ein, er sagt dazu: „Frau Gewe ist mir persönlich nicht bekannt.“ Von der Forderung von Frau Gewe wisse er ebenfalls nichts.
Verfolgt das Amt nun unverdrossen die Pläne weiter? Sevecke zählt sich derzeit „nicht zu den handelnden Akteuren“, kann sich aber die E-Auto-Station vor dem Bezirksamt vorstellen. Die Saga als Vermieter äußert sich nicht. Ein möglicher Kooperationspartner – Star Car – ist mittlerweile abgesprungen. Karabag sagte auf Anfrage: „Wir arbeiten weiterhin an dem Konzept und der schnellstmöglichen Umsetzung.“

Auch die Pläne fürs „Logo“ scheiterten
Ein bisschen Grünfläche, eine Skaterbahn in der Mitte und dann die denkmalgeschützte Ex-Tankstelle: Ist alles ein bisschen zusammengewürfelt an der Ecke vor dem Hochhaus Grindelberg 62, wo das Bezirksamt Eimsbüttel residiert. Torsten Seveckes Pläne für einen Umzug des Musikclubs Logo vor das Amt haben sich mittlerweile zerschlagen: Das lehnten das Denkmalschutzamt und die Stadtentwicklungsbehörde ab. Was ist dort überhaupt denkbar? „Jede sinnvolle Nutzung, die die Bausubstanz der Tankstelle und ihre Anmutung erhält“, so Kristina Sassenscheidt, Sprecherin des Denkmalschutzamts.
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2 Kommentare
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Dennis Michalke aus Eimsbüttel | 18.04.2012 | 11:53  
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harras von Heilsperg aus Wilhelmsburg | 20.04.2012 | 15:59  
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