Riesen-Umbau an der Kreuzung – aber wozu?

Noch bis Oktober diesen Jahres wird der Kreuzungsbereich Hallerstraße, Grindelallee und Beim Schlump umgebaut als Teil des Busbeschleunigungsprogramms. (Foto: rs)

Grindelallee/Beim Schlump: Anwohner fühlen sich schlecht informiert über Sinn der Baustelle

Reinhard Schwarz, Eimsbüttel – "Schwachsinn“, „Geldverschwendung“, „Parkplatzklau“ – Anrainer der Großkreuzung Beim Schlump, Grindelallee und Hallerstraße sind nicht gerade zurückhaltend, wenn es um die Baustelle vor ihrer Haustür geht. Seit Ende April wurde der gesamte Bereich um die Kreuzung aufgerissen, noch bis Oktober diesen Jahres sollen die Bauarbeiten andauern. Das Projekt ist ein Teil des vom SPD-Senat angeschobenen „Busbeschleunigungsprogramms“.
Vor allem die Busse der Linien 5, 4 und 15 sind in diesem Bereich davon betroffen. „Durch eine konsequente Bevorrechtigung an Ampeln, Einrichtung von Bussonderspuren und den Umbau von Haltestellen werden Zuverlässigkeit, Fahrgastzahlen und Komfort erhöht“, heißt es in einer Senatserklärung.
Doch diese hehren Ziele sind zumindest vor Ort noch nicht recht angekommen, wie eine Kurzumfrage des Wochenblatts ergab. Viele fühlen sich schlecht oder gar nicht informiert. Vor allem Kaufleute beklagen, dass Parkmöglichkeiten an der Straße Beim Schlump wegfallen würden. „Dass hier 4,5 Millionen Euro ausgegeben werden, halte ich für unsinnig“, sagt Mary Böker von Coiffeur Creativ. „Die Linie 5 kommt bereits alle drei bis fünf Minuten. Keiner versteht das. Es gibt Dinge, die weitaus dringlicher wären.“
Von „Schwachsinn“ spricht Christian Radel von der Galerie beim Schlump: „Ich glaube nicht, dass es besser wird. Und bis Oktober diesen Jahres gibt es keinen Parkplatz vor der Tür.“ Falls die Parkplätze zukünftig wegfallen würden, „wäre das besonders schlimm“.
Auch Vanessa Koop vom Blumengeschäft „Primel am Grindel“ meint: „Wir haben für unsere Kunden und Anlieferer keine Parkflächen mehr.“ Eine 62-jährige Anwohnerin sagt: „Das ist reine Geldverschwendung: Die Haltestellen haben doch funktioniert. Mit dem Geld hätte man die Winterschäden reparieren können.“
Doch es gibt auch andere Stimmen. „Ich finde die Busbeschleunigung gut, zumal ich als Altenpflegerin auf Bus und Bahn angewiesen bin“, sagt eine 44-Jährige aus Lurup. Eine 60-jährige Anwohnerin vom Grindel meint: „Wenn es nachher sinnvoll ist, wäre ich dafür. Wir können es sowieso nicht ändern.“

Was wird gemacht?


Der Senat will bis 2020 insgesamt 259 Millionen Euro ausgeben, um das Busnetz auszubauen. Kernpunkt der Baumaßnahme an der Grindel-Kreuzung Hallerstraße/Am Schlump: Die Haltestellen der Metrobuslinie 5 werden jeweils hinter die Ampeln verlegt, damit die Busse nach Abfertigung der Fahrgäste sofort durchstarten können.
Der Bereich Beim Schlump wird um eine Fahrspur verbreitert, so dass in der Fahrbahnmitte für die Buslinie 15 (verkehrt zwischen Alster und Altona) eine Haltestelle in Fahrtrichtung Altona/Schanze entsteht. Dafür entfällt die Bushaltestelle der Linie 15 an den Grindelhochhäusern/Bezirksamt Eimsbüttel. Der Radweg Beim Schlump (ungerade Hausnummern), bisher noch auf dem Gehweg gelegen, wird auf die Straße verlegt, so dass die Fußgänger zukünftig mehr Platz haben.
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