Rettung des Schanzenhofs?

Wann? 31.10.2015 12:00 Uhr bis 31.10.2015 18:00 Uhr

Wo? Schanzenhof, Bartelsstraße 12, 20357 Hamburg DE
Geschasst: Erstmieter des Schanzenhofs müssen raus, weil die Mieten um 40 Prozent steigen sollen.
Hamburg: Schanzenhof |

Kündigungen: Nutzer organisieren Protest

Protest im Schanzenviertel: Viele Leute wollen nicht hinnehmen, dass etlichen Altmietern des Schanzenhofs das Aus droht (das Elbe Wochenblatt berichtete). Ein Unterstützerkreis organisiert ein Hoffest am Sonnabend, 31. Oktober.


Worum geht es?
Vor 25 Jahren hatte die Stadt das ehemalige Montblanc-Gebäude zwischen Bartels- und Schanzenstraße gekauft, saniert und Kulturschaffenden sowie alternativen Projekten zu günstigen Preisen vermietet. Zu den Mietern der ersten Stunde gehören das Kino 3001, das Bio-Hotel und Restaurant Schanzenstern, die Drogenberatungsstelle Palette sowie etliche Künstler. Die Immobilienspekulanten Maximilian und Moritz Schommartz sind seit 2013 Besitzer des Schanzenhofs und kündigten etlichen Erstmietern. Die Miete sollte um 40 Prozent erhöht werden. Das können viele der Noch-Ansässigen nicht bezahlen.

Was ist das Problem?
Der Schanzenhof gilt als ein Paradebeispiel der Gentrifizierung: Das ehemals mit städtischem Geld geförderte Gewerbe- und Kulturareal wurde 2006 unter der damaligen CDU-Regierung zum Höchstpreis verkauft. Danach wurde die Immobilie zweimal weitergereicht, jeweils mit satten Verkaufsgewinnen für die privaten Besitzer. Am vorläufigen Ende der Verwertungskette stehen nun die Schommartz-Brüder. Kritiker sagen: Die geforderten Mieten – etwa 14 Euro pro Quadratmeter – werden sich nur finanzstarke Ketten oder Trendgeschäfte leisten können. Ein Stück der alten Schanzenkultur gehe verloren.

Gibt es Alternativen?
Durchaus. Der Unterstützerkreis fordert die Rücknahme der Kündigungen und moderate Mieten. Die Stadt soll den Hof zurückkaufen und fortan Preise deckeln – wie es vor 25 Jahren gemacht wurde und heute nur noch für das 3001-Kino gilt. Weiteres Argument: Den größten Teil des Areals nutzt die städtische Volkshochschule – und so zahlt die Stadt ordentlich mit drauf, wenn die Mieten weiter steigen. Ist die Stadt Besitzer, könnte sie diese Spirale durchbrechen.

Wollen die Eigentümer einlenken?
Unklar. Von ihren Mietforderungen sind sie nicht abgerückt. Nach zwei Jahren Verhandlungen mit dem Schanzenstern gaben sie einem anderen Hotelier den Zuschlag. Es geht offenbar darum, den besten Preis für die Flächen zu erzielen. Schließlich haben sie zuletzt anscheinend 8,5 Millionen Euro für den Schanzenhof gezahlt.

Hoffest: Sonnabend, 31. Oktober,
12 bis 18 Uhr in der Bartelsstraße 12
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2 Kommentare
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Jens Meyer aus Altona | 27.10.2015 | 22:23  
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Jens Meyer aus Altona | 27.10.2015 | 22:27  
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