Respekt für stillende Mütter!

Stillen in der Öffentlichkeit: natürlich! Frauen wollen mit einem Gruppenfoto für Verständnis werben. Foto: sonya osmy

Hamburgerin startet Kampagne für das Stillen von Babys in der Öffentlichkeit

Carsten Vitt, Hamburg

Die Kampagne „Hamburg stillt!“ will für Respekt für stillende Mütter werben. Der Auftakt ist mit einem Gruppenfoto in Planten un Blomen (siehe Kasten) geplant. Das
Elbe Wochenblatt sprach mit Fotografin Sonya Osmy, der Initiatorin der Kampagne.

Elbe Wochenblatt: Kinder zu stillen ist doch selbstverständlich und natürlich – warum diese Aktion?
Sonya Osmy: Vor allem durch Berichte in der Presse wird jungen Mamas suggeriert, dass sie mit negativen Reaktionen in der Öffentlichkeit zu rechnen haben. Das macht die Überwindung, mit dem Baby rauszugehen und auch unterwegs ganz entspannt zu stillen, sehr, sehr schwer. Wir wollen alle Stillmamas ermutigen: Negative Reaktionen sind die Ausnahme. Ich persönlich erlebe Hamburg als eine wahnsinnig offene, stillfreundliche Stadt. Trotzdem habe ich mich am Anfang nicht getraut, unterwegs meinem Baby die Brust zu geben. Ich saß stillend in der U1, und mir liefen die Tränen aus Scham und aus Unsicherheit. Mit dem Stillfoto wollen wir allen Mamas, denen es genauso ergeht, Mut machen. Zeigen: Du bist nicht allein!

EW: Was haben Sie oder andere Frauen bisher Negatives erlebt?

Osmy: Ich selbst hatte in 18 Monaten Stillen kein einziges negatives Erlebnis. Das geht sehr vielen Müttern so, es gibt vereinzelt negative Reaktionen. Aber jede verständnislose Reaktion, die sich gegen eine unterwegs stillende Mama richtet, ist eine zu viel. Selbstverständlich steht jedem Menschen seine persönliche Meinung zu. Aber jede Mama muss ihr Baby überall stillen dürfen. Dafür sollte jeder Mensch wenigstens Toleranz aufbringen können.
EW: Wie sollten sich Mitmenschen gegenüber stillenden Frauen am besten verhalten?
Osmy: Einfach machen lassen. Kurz mal lächeln ist auch immer hilfreich. Mich persönlich hat jeder Mensch, der mich während des Stillens verständnisvoll angelächelt hat, total bestärkt. Das macht Mut und gibt Sicherheit. Ansonsten lässt man die Mama und das Stillkind natürlich einfach in Ruhe.
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