Rellinger Straße: Auf dem Weg zur besten Schule Deutschlands?

Unterricht an der Schule Rellinger Straße: Das selbstständige Lernen der Schüler hat eine Fachjury überzeugt – die „Relli“ ist unter den 20 Kandidaten für den Deutschen Schulpreis. Foto: cv

Eimsbütteler Grundschule schaffte es in die Endrunde eines Bildungswettbewerbs

Das Angebot der Schule Rellinger Straße, Spitzname: „Relli“, kommt gut an – immer mehr Eltern wollen hier ihre Kinder anmelden. Nun hat es die „Relli“ unter die 20 Kandidaten für den Deutschen Schulpreis geschafft. Vorige Woche besuchte eine Experten-Jury die Schule in Eimsbüttel. Jetzt heißt es: Abwarten, wie die Fachleute entscheiden. Der Gewinner wird im Juni bekannt gegeben.
Bisher hat die Rellinger Straße offenbar auf ganzer Linie überzeugt: Die Jury-Mitglieder Götz Plessing und Helmut Frommer lobten in höchsten Tönen den Unterricht und die Atmosphäre an der Schule. „Wir haben hier einen sehr guten, sehr kompetenten, auf die Schüler zugeschnittenen Unterricht erlebt“, so die beiden. Vor allem das selbstständige Lernen der Schüler beeindruckte die Fachleute. „Die Schüler unterrichten sich im Prinzip gegenseitig, sind dadurch motiviert“, so die Besucher. Natürlich gibt es noch einen Lehrer, der einen Rahmen setzt und Themen vorgibt. Aber gerade mit ihrem Konzept des jahrgangsübergreifenden Unterrichts, bei dem ältere den jüngeren und stärkere den schwächeren Schülern helfen sollen, geht die „Relli“ seit Jahren ungewöhnliche Wege. Zudem lernen Schüler sechs Jahre lang – die „Relli“ ist eine von hamburgweit vier Versuchsschulen dieses Typs.
Aber nicht alles ist rosig: In Sachen Raumausstattung gab es einen Tadel von den Fachleuten: „Für die sechsjährige Grundschule fehlen Fachräume“, so die Besucher. Im Hof stehen bereits Container, benötigte Anbauten sind derzeit nicht in Sicht. Weitere Herausforderung: der Ganztagsbetrieb. „Das muss von Lehrern mitgestaltet werden“, fordert Frommer. Es dürfe kein „Billig-Angebot“ geben, bei dem Horte und Eltern das Nachmittagsangebot gestalten. Aber gerade das ist derzeit in Hamburg der vorherrschende Plan der Schulbehörde.
Fazit aus „Relli“-Sicht: „Das Wichtigste ist nicht der Preis, sondern die Kraft, die wir da-raus schöpfen“, sagt Silke Bluhm, stellvertretende Schulleiterin. „Da spürt man mal wieder, wofür man sich anstrengt.“

Hintergrund: Deutscher Schulpreis
Der Deutsche Schulpreis ist ein Wettbewerb, den die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof-Stiftung ausloben. Der Sieger erhält 100.000 Euro, weitere fünf Platzierte jeweils 25.000 Euro. Das Ziel ist, herausragende Schulen aufzuspüren und ihre vorbildliche Arbeit bekannt zu machen. Dieses Jahr bewarben sich deutschlandweit 122 Schulen, 20 von ihnen wurden für die Endrunde ausgewählt. Aus Hamburg schafften es vier von fünf Bewerbern in die „Top 20“. Die Preisverleihung ist Mitte Juni in Berlin.
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