Rapper der Lenzsiedlung bald ohne Saft?

Kay Grey (19), Maik Oliveira (18), Mc Aydin (18) und Booz (17) besuchen schon seit längerem das Musikprojekt in der Lenzsiedlung. Die Freunde finden es besonders gut, dass sie die gute Anlage benutzen können. Doch es ist unklar, wie es mit den Angeboten weitergeht. (Foto: ap)

„Blockparty“:Musikprojekt präsentierte sich – doch es droht das Aus

Aimée Polzin, Lokstedt – Fette Bässe schallen über den Bolzplatz. Musikanlage, kleine Bühne, eine große Plane als Regenschutz: „Blockparty“ in der Lenzsiedlung. Kinder und Jugendliche zeigen, was sie im Musikprojekt gelernt haben. Es ist eines der Angebote, die durch die bevorstehenden Kürzungen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit bedroht sind.
Auf der Bühne stehen und Musik machen, statt den „Frust in sich reinzufressen“, das ist das Motto des Projekts. „Der kleinste gemeinsame Nenner der Jugendlichen ist Rap“, ist sich Kursleiter David (33) sicher. Zwei bis sieben Jugendliche besuchen derzeit den Workshop. Es sind noch Plätze frei. Um auch Mädchen zum Mitmachen zu begeistern, sollen noch Gesangs- und Tanzstunden angeboten werden. Das Angebot ist kostenlos, doch die Teilnehmer sollten mindestens sechs beziehungsweise zwölf Jahre alt sein.
Kindern und Jugendlichen durch Musik mehr Selbstbewusstsein zu geben – das ist eines der Ziele, die sich der Verein Lenzsiedlung gesetzt hat. Von Montag bis Freitag gibt es unterschiedliche musikalische Angebote. In den zwei- bis dreistündigen Kursen können die Teilnehmer Instrumente wie Bass, Gitarre und Schlagzeug ausprobieren und erlernen. Außerdem können sie eigene Stücke komponieren und aufnehmen.
Das Besondere an diesem seit sieben Jahren laufenden Projekt ist, dass die Betreuer aus der Lebenswelt der Jugendlichen stammen. So wird der Nachbar, der tanzen kann, eben zum Tanzlehrer.
David (33), Leiter des Rap-Kurses, ist über die geplanten Kürzungen empört. Kritische Worte ließ er dazu auch bei seinem Auftritt auf der Bühne los. Seine Überzeugung:Jugendlichen sollten nicht ihre Defizite vorgehalten werden, „wie es Staat, Polizei und Schule tun“, sondern sie sollten zeigen, was sie können.
Ole Müller (34), Leiter des Musikprojekts, betont, dass auch Verbindlichkeit und regelmäßiges Erscheinen gefordert werden. Für die Teilnehmer des Projekts ist Musik machen zu einem „festen Bestandteil“ ihres Lebens geworden. Das gute Equipment, mit dem sie ihre eigene Musik aufnehmen können, kommt bei den Jugendlichen gut an. Ist das bald alles vorbei?
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