Räder für Flüchtlinge

Sammeln Fahrräder für Flüchtlinge: Zweiradmechaniker und „Westwind“-Initiatoren Oliver Steffens (l.) und Christian Großeholz. Über 400 Räder für Kinder, Damen und Herren sind seit August bereits gespendet worden. (Foto: ML)

Ehrenamtliche bringen gebrauchte Fahrräder in Schuss und verteilen sie in Unterkünften – Unterstützung gesucht

Von Maren Langenbach, Stellingen/Bahrenfeld

Als das syrische Mädchen ein Kinderfahrrad bekommt, kann die Achtjährige es zunächst nicht glauben, dass es tatsächlich ihres sein soll. Doch im nächsten Augenblick schnappt sie sich das Rad, dreht ein paar Runden – und strahlt übers ganze Gesicht. „Das ist die Szene, die mir in einer der vielen Flüchtlingsunterkünfte bei unserem Projekt sehr im Kopf geblieben ist, und die uns zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, freut sich Christian Großeholz.
Zusammen mit Oliver Steffens, Carmen Wilckens und Chris Eck sammelt der 48-Jährige ehrenamtlich Fahrräder für Flüchtlinge. Über 200 sind seit August schon zusammen gekommen. Unter dem Namen „Westwind – Fahrräder für Flüchtlinge“ rufen die Fahrradbegeisterten auf Facebook zu Spenden auf. Rund 400 Mitglieder hat die Gruppe bereits. Filigrane Falträder, klassische Citybikes oder kleine Fahrräder für Kinder stapeln sich mittlerweile in einem Container, der im Garten der Produktionsschule Eimsbüttel steht. Dem Arbeitsplatz von Christian Großeholz und Oliver Steffens, beide Zweiradmechaniker und hauptberuflich Anleiter in der Produktionsschule. Nach Feierabend kümmern sich beide um die Reparatur der Spendenräder, rund eine Stunde benötigen die Profis pro Rad. Auch weitere Fahrradmechaniker haben der Gruppe ihre Unterstützung zugesagt. „Darüber sind wir sehr froh und dankbar und auch darüber, dass wir sowohl unsere Spendenräder in der Produktionsschule lagern, als auch sie reparieren dürfen“,
betont Großeholz.

Sie engagieren sich alle nach Feierabend

Das Abholen der Räder bei den Spendern, die über ganz Hamburg verteilt sind, erledigen Großeholz und seine Mitstreiter nach Feierabend mit privaten Fahrzeugen. Demnächst werden die Aktiven mit der Fahrradgruppe der Flüchtlingsunterkunft Sophienterrasse kooperieren, die die Räder vor Ort instand hält. „Wir wollen mithilfe der Mitarbeiter in den Unterkünften Selbsthilfewerkstätten errichten, so dass die Räder dort verwaltet, repariert und ausgegeben werden können, vielleicht sogar irgendwann durch die Bewohner selber“, sagt Großeholz. „Mit den Rädern möchten wir den Flüchtlingen zu mehr Mobilität verhelfen, zu einem Stück selbstbestimmtem Leben.“

Info
Außer Fahrrädern benötigt Westwind auch Ersatzteile, Fahrradschlösser sowie Werkzeuge. Spenden können in der Produktionsschule Eimsbüttel, Basselweg 64, oder in der Luthergemeinde, Regerstraße 73, abgegeben werden.
Demnächst möchte sich „Westwind“ einem bestehenden Verein anschließen, der sich ebenfalls für Flüchtlinge engagiert. „Dann dürfen wir auch Spendengelder entgegen nehmen und Quittungen ausstellen. Das hilft, unser Projekt weiter zu führen“, weiß Oliver Steffens. Mit der Fahrradgruppe der Flüchtlingsunterkunft Sophienterrasse ist eine Zusammenarbeit geplant.

❱❱ www.westwind-hamburg.de
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