Radfahren mit Kindern – aber sicher!

Kinder sollte man erst dann auf der Straße fahren lassen, wenn sie gelernt haben, auf unvorhergesehene Situationen angemessen zu reagieren. (Foto: panthermedia)

Straße? Radweg? Bürgersteig? Das Elbe Wochenblatt suchte nach Antworten

Christopher von Savigny, Eimsbüttel

Radeln mit Kindern ist eine Spießroutenfahrt, eine anstrengende Hindernistour. Davon können viele Eltern, die mit ihrem Nachwuchs in der Stadt unterwegs sind, ein Lied singen. An dieser Stelle ein paar Fragen, mit denen sich das Wochenblatt beschäftigt hat.

Wie ist die rechtliche Situation zurzeit?


Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) gilt: Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen beim Radfahren den Gehweg benutzen, Kinder bis zu zehn Jahren dürfen dies tun. Wer älter ist, muss – falls vorgeschrieben – den Radweg benutzen, ansonsten die Straße.

Wie bringt man Kindern das Fahren auf der Straße bei?


Laut ADFC sollte ein Kind, das motorisch unsicher oder mit dem Straßenverkehr noch überfordert ist, generell nie allein fahren, sondern nur in Begleitung Erwachsener. Das gelte sowohl auf dem Radweg als auch auf dem Radfahrstreifen. Der Radweg an der Straße oder der Gehweg seien Studien zufolge nur gefühlt sicher, in Wirklichkeit aber gefährlicher. Für Kinder nach Meinung des ADFC sogar besonders gefährlich, denn hinter geparkten Autos seien sie noch schlechter zu sehen als Erwachsene. „Man wünscht sich einen Schutzraum, aber den haben wir in Hamburg nicht“, sagt ADFC-Sprecher Dirk Lau. Um Kinder an den Autoverkehr zu gewöhnen, rät Lau dazu, erstmal in Nebenstraßen zu üben. „Auf jeden Fall sollte es nicht die Kieler Straße sein!“

Was sagt die Polizei?

Pressesprecher Jörg Schröder: „Eine gute Radfahrausbildung und die Beachtung der Fürsorge- und Aufsichtspflicht der Erziehungsberechtigten sind Grundlage einer sicheren Teilnahme radfahrender Kinder am Straßenverkehr.“ Mit seinen Kindern sollte man den Schritt erst dann tun, wenn diese ausreichend sicher seien. „Die entsprechende Beurteilung liegt in der Verantwortung der Erziehungsberechtigten“, so Schröder.

Thema Gehweg: Ist mein Kind noch keine acht, darf es nur dort fahren. Mir als Erwachsenem ist das verboten. Wie soll ich es da beaufsichtigen?


Die Situation ist tatsächlich vertrackt: Denn – von der möglicherweise durch Bäume und parkende Autos abgetrennten – Straße aus kann man seinem Kind in kritischen Situationen kaum zur Seite stehen. Ein Gericht hat aber bereits einer Mutter eine Teilschuld zugesprochen, die ihre sechsjährige Tochter alleine auf dem Bürgersteig fahren ließ. Daher: Lieber zusammen fahren – die Polizei wird im Zweifelsfall wohl von einem Bußgeld absehen.

Sollte man vor oder hinter seinem Kind fahren?

Lässt man seinen Sprössling vorausfahren, kann man besser auf ihn einwirken. Andererseits: Übernimmt der Erwachsene die Führung, kann er in gefährlichen Situationen die Funktion des „Bremsblocks“ einnehmen. Eltern sollten je nach Temperament des Kindes entscheiden, welche die beste Lösung ist.
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