Prozess gegen Taxifahrer

Kieler Straße: In Höhe der Tankstelle wurde am 20. April 2011 der damals 72-jährige Stellinger Dieter B. von einem Taxi erfasst und durch die Luft geschleudert. B. starb fünf Monate später an den Unfallfolgen. (Foto: rs)

72-jähriger Stellinger wurde auf der Kieler Straße überfahren – er starb später an den Folgen des Unfalls

Taxifahrer Sven-Erik B. steht (46) vor Gericht. Ihm wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.
Der traurige Anlass: Am 20. April 2011 überquert der Stellinger Dieter B. gegen 23.13 Uhr die sechsspurige Kieler Straße. Kurz bevor er die andere Seite erreicht, rast ein Taxi heran und schmettert ihn mehrere Meter durch die Luft. Fünf Monate später stirbt der 72-jährige Stellinger an den Folgen des schweren Unfalls.
Der Angeklagte B. schildert das Geschehen so: Plötzlich sei der Mann vor ihm aufgetaucht, er habe noch „voll gebremst“ und versucht, das Steuer herumzureißen. „Man ist so hilflos, man kann nichts machen“, sagt der Taxifahrer. Das Unfallopfer hatte ein Fahrrad dabei, als es zu Fuß die Straße überquerte.
Die 19-jährige Mitarbeiterin einer nahe gelegenen Tankstelle sagt aus: „Auf einmal krachte es, der Mann mit dem Fahrrad flog durch die Luft.“ Woher der Unfallfahrer gekommen sei, konnte sie nicht beobachten. Dieter B. überlebte den Unfall mit schweren Kopf- und Beinverletzungen. Der vormals sportliche Mann wurde bettlägerig, er stirbt später an einer Thrombose.
Mehr Details zum Unfallgeschehen soll Helmut S. (80) beitragen, ein Freund des Verstorbenen. Der Mann war mit Dieter B. in einer Kneipe am Basselweg gewesen, die Männer hatten dort mehrere Biere getrunken. 1,4 Promille Alkohol habe B. im Blut gehabt, stellten später die Ärzte im Krankenhaus fest. Als die beiden Männer die Kieler Straße erreichen, verabschieden sie sich. Dieter B. betritt die Kieler Straße, auf der angeblich, so der 80-Jährige, kein Auto zu sehen war. Als der Zeuge nur wenige Meter weiter zu seiner Wohnung geht und bereits mit dem Haustürschlüssel hantiert, habe er gesehen, wie ein Taxi sich schnell nähert.
Doch der Richter zweifelt die Aussage des Zeugen an, will wissen, wie dieser das Auto sehen konnte – mit dem Rücken zum Geschehen. Der schwerhörige und stark nuschelnde Zeuge verwickelt sich in immer neue Widersprüche. Der Richter ist ungehalten: „Ich habe den Eindruck, dass Sie hier Mist erzählen.“
Der Prozess wird fortgesetzt.
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