Protest-Aktion: Kita-Kinder besuchen Olaf Scholz im Rathaus

Wann? 04.02.2015 10:30 Uhr

Wo? Hamburger Rathaus, Rathausmarkt, 20095 Hamburg DE
Kitas aus Altona im Altonaer Rathaus bewundern Architektur, rutschen durch die Flure, hüpfen von den Treppen und singen Weihnachtslieder im Dezember 2014 (Foto: Kita Schatztruhe)
Hamburg: Hamburger Rathaus |

Erziehern, Kindern und Eltern reichen 10 Prozent mehr Personal nicht

Am 17.November hatte der Senat zum Teil eingelenkt und den Forderungen des Kita-Bündnisses nach Qualitätsverbesserungen in Kita und Krippe nach 25 Prozent mehr Personal zumindest teilweise erfüllt. Von August 2015 an soll der "Betreuungsschlüssel", also die Erzieher-Kind-Relation, im Krippenbereich (bis 18 Monate) um zehn Prozent verbessert werden. Sozialbehörde und Kita-Verbänden einigte sich auf eine „Eckpunktevereinbarung“ für bessere Qualität in Krippe und Kita. In einem Stufen-Plan soll bis 2019 der Erzieher-Kind-Schlüssel in Krippen auf eins zu vier, und bis 2025 auch für ältere Kita-Kinder auf eins zu zehn sinken.
Sicherlich eine Verbesserung – aber sie reicht vielen Betroffenen nicht aus. Das sei, so Eltern und Doris Noack von der Ottenser Kita „die Schatztruhe e.V.“,wie wenn das eigene Haus brennt und man 112 wählt – „Und Sie bekommen dann zu hören, dass die Feuerwehr natürlich vorbei kommt. Allerdings erst nächsten Samstag. Man werde aber heute schon mal einen Eimer Wasser vorbei schicken.“

Aus Kita-Kreisen wird kritisiert, dass die reiche Stadt Hamburg zu wenig Geld aufwende. Eltern und ErzieherInnen verweisen auf eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung: Hamburg hat bei den Krippen den schlechtesten Betreuungsschlüssel aller westdeutschen Länder. Und dieser Schlüssel würde in Hamburg erst innerhalb von 10 Jahren mit finanzieller Eigenbeteiligung der Kitas geändert. „Das heißt, ein Kind, das 2015 geboren wird oder in die Krippe kommt, wird Zeit seines Kitalebens nicht in den Genuss einer personellen Verbesserung kommen, da die Schritte so klein und langsam kommen sollen“, erklärt Doris Noack. Die Kitas hätten finanziell keinesfalls mehr Luft, wie Sozialsenator Detlef Scheele erklärt habe, denn in einigen Kitas könnten Krankheitsausfälle nicht mehr aufgefangen werden. So versuchen viele ErzieherInnen, die Defizite vermehrt mit Mehreinsatz aufzufangen. Aufgrund der zusätzlichen Belastungen kommt es zu immer mehr Ausfällen – und die Ausfälle von ErzieherInnen führen zu noch höheren Belastungen bei den anderen Erziehern. Eine solche Arbeitssituation dürfte auf Berufsanfänger abschreckend wirken, während Hamburg dringend neue sozialpädagogische Fachkräfte braucht.

Um gegen die mangelnde Betreuungssituation zu protestieren haben sich Altonaer Kita-Kinder am 21.01.2015 vor dem Mercado Einkaufs-Zentrum in Ottensen an einem Flashmob beteiligt.

4. Februar ab 10.30 Uhr Rathausmarkt

Die nächste Aktion ist schon geplant: Am Mittwoch, den 4. Februar ab 10.30 Uhr vor und im Hamburger Rathaus. An diesem Tag wollen die Kinder sehen, wo der Bürgermeister arbeitet. Als symbolisches Geschenk bringen sie Olaf Scholz die Hamburger Bildungsempfehlungenmit. Ob er sie lesen und daraus die richtigen Schlüsse ziehen wird?
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