Politikerberufe: Keine Malocher, viele Juristen

Stimmzettel zur Direktwahl in Eimsbüttel: Kandidaten treten mit Berufsangaben an, aber was stimmt davon? (Foto: pr)

Bürgerschaftswahl: Ein Streifzug durch die Berufe der Direktkandidaten

Nenn’ mir Deinen Beruf – und ich weiß, wer Du bist? Kann stimmen, muss aber nicht. Das Elbe Wochenblatt hat sich die Berufsangaben der Direktkandidaten in Eimsbüttel angeschaut.

Nein, richtige Malocher gibt es nicht mehr. Vielleicht kann man einen Feuerwehrmann gerade noch dazuzählen. Aber sonst? Die Parteien bieten als Direktkandidaten in den Eimsbütteler Wahlkreisen viele Juris-ten, Berater, Angestellte oder „Selbstständige“ auf. Einige Bewerber nennen eine konkrete Tätigkeit wie Pflegedienstleitung oder Berufsschullehrerin, andere beschränken sich auf einen Abschluss (Ingenieur, Jurist).
Drei Berufsgruppen sind überdurchschnittlich vertreten: Juristen / Rechtsanwälte, Kaufleute / Selbstständige und akademisches Personal: Jeweils sieben Bewerber ordnen sich diesen Gruppen zu (je zwölf Prozent). Stark vertreten sind zudem technische Berufe (Computer/IT): Sechs Bewerber (zehn Prozent) rechnen sich dazu, dann folgen Ingenieure, Angestellte, Rentner (je vier Nennungen, sieben Prozent) sowie Lehrer/Erzieher und „Berater“ (je drei Nennungen, fünf Prozent).

Bewerber wollen guten Eindruck hinterlassen

Offen ist, ob diese Berufsangaben bei allen Kandidaten nun hundertprozentig stimmen oder eher ein gutes Image beim Wähler transportieren sollen. Vor kurzem machte der Fall eines SPD-Politikers Schlagzeilen, der sich als Rettungssanitäter ausbilden und diesen Beruf auf den Wahlzettel schreiben ließ, obwohl er gar nicht als solcher arbeitet. Für Eimsbüttel ließe sich fragen: Was will ein Kandidat mit der Angabe Kriminalbeamter a.D. (außer Dienst) vermitteln? Und was macht nun ein Berater oder Angestellter genau?
Tipp: Auf dem Internet-Portal www.abgeordnetenwatch.de können Bürger Fragen an die Kandidaten stellen. Einfach mal ausquetschen, wie das so ist mit dem Beruf.
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