Podiumsdiskussion zu Ganztagsschulen: GBS-Einführung schlägt hohe Wellen

Der Bezirkselternausschusses Eimsbüttel (BEA) hatte am 12. September zu einer Podiumsdiskussion zum Thema "neue offenen Ganztagsschule" (GBS) geladen. Der Sitzungssaal des BEA war bis zum letzten Platz gefüllt. Bei den "neuen offenen Ganztagsschule", auch ganztägig Betreuung an Schulen (GBS) genannt wird der Schulbetrieb um ein Betreuungsangebot am Nachmittag durch Erzieher. GBS löst die bisherige Nachmittagsbetreuung durch Horte ab.

Von den Eltern, aber auch von Erziehern, wurde z. T. sehr emotional beklagt, woran es in der Ganztagsbetreuung mangelt:

- Betreuungsschlüssel (das Verhältnis zwischen Erzieher und Schülern): Die Betreuung ist unzureichend. Die Eltern stellen eine erkennbare Verschlechterung zum Hortsystem fest. Die Erzieher müssten eine zu große Gruppe von Kindern. Statt einer Betreuung findet vielfach eher eine Aufbewahrung der Kinder statt. Das wird den Kindern nicht gerecht und belastet die Erzieher über Gebühr.

- Essen in GBS: Für Getränke oder einen Snack am Nachmittag sind keine Mittel mehr vorhanden. An vielen Standorten gibt es auch noch keine Kantine, so dass z. T. im Klassenraum gegessen werden muss. Die Qualität des Essens unterscheidet sich von Standort zu Standort. Fast überall wird aufgewärmtes Essen angeboten. Dabei besteht die Möglichkeit ab etwa 200 Essen frisches Essen vor Ort in sogenannten Produktionsküchen kochen zu lassen.

- Ausstattung: Die Sachmittel sind nicht z.T. nicht ausreichend. Zudem ist das Angebot an Kursen an mehreren Standorten gering, da hierfür wenig Geld bereitsteht. Häufig sind mit Extrakosten verbunden, was sozial schwächere Kinder von diesen Kursen ausschließt.

- Flexibilität: Die Eltern wünschen sich mehr Abholzeiten, um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen.

- Räume: In den Schulen fehlen passend ausgestattete Räume. Welcher Schüler möchte schon am Vor- und Nachmittag im Klassenraum sitzen? Und selbst, wenn die Räume vorhanden sind, können sie nicht genutzt werden, da - und hier schließt sich der Kreis - wegen des geringen Betreuerschlüssels nicht ausreichend Erzieher da sind, um eine Aufsicht in den Räumen auszuüben.

Die Eltern der Ganztagsschüler und die anwesenden Erzieher machten deutlich, dass sie sich konkrete Verbesserungen an den Ganztagsschulen wünschen.
Der BEA und der Landeselternausschuss (LEA) sammeln daher Forderungen der Eltern - und Probleme, die an den Standorten bestehen, um sie in der Behörde vorzutragen und einzufordern. Einige Nachbesserungen konnten in den letzten Monaten erreicht werden. Weitere Nachbesserungen sind erforderlich:
Mails bitte an info[at]lea-hamburg.de
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