Pioniere der Inklusion

Ein Platz für alle Kinder: In der Kita Karolinenstraße spielen und lernen behinderte und nichtbehinderte Kinder zusammen. (Foto: R.M. Stöver)
Hamburg: Kita Karolinenstraße |

Kita Karolinenstraße wurde 60 Jahre alt

Immer mehr Eltern schätzen Kindergärten und Schulen, in denen behinderte und nichtbehinderte Kinder zusammen spielen und lernen. Die Kindertagesstätte (Kita) Karolinenstraße gehört zu den Vorreitern der sogenannten Inklusion. In diesem Jahr feiert die Kita ihren 60. Geburtstag – das Elbe Wochenblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was ist das Besondere an der Kita Karolinenstraße?
Hier spielen und lernen behinderte und nichtbehinderte Kinder in einem kleinen, überschaubaren Rahmen gemeinsam – jeder nach seinem Tempo und gemäß seinen Bedürfnissen. Auch Kinder im Rollstuhl oder mit körperlichen und geistigen Behinderungen besuchen die Kita. Es gibt speziell geschultes Personal und Therapieangebote für die Kinder.

Seit wann arbeitet die Kita so?
1999 entwickelte das Team unter der Leitung von Marija Kranik ein Konzept für eine inklusive Kita. An der Karolinenstraße 35 gibt es aber eine viel längere Tradition: 1954 eröffnete dort eine Sprachheilschule und ein Kindergarten für Sprachkranke – die Schule zog ein paar Jahre später aus, dann übernahm der Kindergarten die freiwerdenden Räume.

Gibt es Kooperationen?
Ja, mit mehreren Einrichtungen. Mit den Schlumpern, der Galeriegemeinschaft behinderte Künstler im Alten Schlachthof, arbeitet die Kita seit 2002 zusammen. Regelmäßig malen Kita-Kinder mit Schlumpern zusammen. Zudem hat die Kita guten Kontakt zur benachbarten Messe: Diese half 2013 aus, als die Kita wegen Sanierungsarbeiten kurzfristig umziehen musste.

Gibt es aktuell freie Kita-Plätze?
Nein, aber eine Wartliste.

Was war in dem Gebäude vor der Kita?
Die Israelitische Töchterschule, also eine jüdische Mädchenschule. Diese wurde 1942 von den Nazis geschlossen, ein Großteil der Hamburger Juden war bereits deportiert worden. Heute ist in den Räumen eine Gedenkstätte, das Haus ist benannt nach dem letzten Leiter der Töchterschule, Dr. Alberto Jonas.

www.elbkinder-kitas.de/kita-karolinenstrasse
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