Pfützenmeer am Isebekkanal: Das sagen Leser

Bei Regen stehen große Pfützen am Isebekkanal – aber wie wird es besser?

Ausbessern oder ganz neu machen? Am Isebekufer scheiden sich die Geister

Die Pfützen am Isebekkanal regen viele Eimsbütteler auf. Aber wie wird es besser? Hilft ein einfaches Zuschütten mit Kies oder muss gleich der komplette Weg neu gemacht werden – inklusive Baumfällungen? Das Elbe Wochenblatt dokumentiert die zahlreichen Leserbriefe, die an die Redaktion geschickt wurden. Es sind kluge Vorschläge dabei – mal sehen, was die Politik daraus macht!

Der Fußweg am Isebek ist zweifelsohne in einem schlechten Zustand. Ich bin aber misstrauisch und frage, ob eine bessere Drainage nicht ohne umfangreiche Baumfällaktionen erreichbar wäre. Vermutlich fehlt wieder mal das Geld für Instandhaltung. Geld aus EU-Fördertöpfen gibt es leider nur für (radikale) Neubaumaßnahmen.
Vielleicht bleiben Politik und Behörden aber auch untätig in der Hoffnung, dass man der Isebek-Ini die Schuld in die Schuhe schieben kann und auf diesem Umweg die Eimsbüttler Bürger-Innen doch noch zur Akzeptanz alter Umbauvorhaben bewegen kann.
Ich erinnere mich gut an andere Grünflächen, die Eimsbüttler BürgerInnen durch ihren Protest vor Fehlplanungen und Kahlschlag bewahrt haben.
Falls man wirklich um das Fällen einiger Sträucher und Bäume am Isebek für die Drainage nicht herumkommen sollte, ließe sich sicherlich ein Kompromiss finden. Dafür müssten die Fakten auf den Tisch.
R. Löffler, per Mail

Hoffentlich fällt Herr Duchrow mit seinem Feldstecher nicht hin, wenn er einen Sprung über die großflächigen Pfützen macht. Langsam wird es unerträglich und gefährlich, weil man auf Radwege ausweichen muss.
Als Anwohner fragt man sich ohnehin, wie in dieser misslichen, gefährlichen Lage so ein „Bürgerentscheid“ weiterhin Bestand hat. Beim nächsten Frost wird’s noch schlimmer. Schon längst hätte etwas geschehen müssen.
R. Aurich, Eimsbüttel

Das Argument des Bezirksamtes ist nicht stichhaltig. Ohne in die Bedingungen des Bürgerentscheides einzugreifen, gibt es ganz einfache Lösungen, um den Kaifu-Weg gangbar zu machen.
Unser Bezirksamtsleiter nimmt eine Harke und entfernt die Blätter vom Weg, sodass dieser schneller trocknen kann. Ferner betätigt er eine Schaufel, um ein leichtes Gefälle zum Kanal herzustellen. Das Oberflächenwasser kann dann moderat ablaufen. Die besonders nassen Stellen werden punktuell mit einer Ton- oder Plastikdrainage versehen. Der Abfluss geht in Richtung Kanalböschung. Und schon wäre das Problem gelöst, ohne Bäume abzuholzen. Mann oder Frau müssten nur tätig werden. Mein geschätzter Kos-tenaufwand mit den Mitarbeitern vom Gartenbauamt und dem Bezirksamtsleiter: circa 5.000 Euro. Wie wär’s damit?
Michael Degenhardt, per Mail

Die Eimsbütteler Verwaltung weist zu Recht darauf hin, dass sich der Fußweg am Isebekufer nur dauerhaft sanieren ließe, wenn die angrenzenden Bäume abgeholzt würden. Das jedoch wollen weder die Bürger noch die Politik. Das Wählervotum gilt, und es muss Bestand haben! Es ist also Zeit, dass unter Anerkennung dieser Prämissen im Interesse der Fußgänger neu nachgedacht wird. Zum Beispiel über neue Nutzungskonzepte für den parallel verlaufenden gepflasterten Radweg. Eine Option wäre die so genannte Servicelösung: das gemeinsame und partnerschaftliche Nutzen von Wegen durch Fußgänger und Radfahrer. Warum sollte das am Isebekufer nicht zumindest an Wochenenden möglich sein, an denen kein Stoßverkehr auf dieser Veloroute herrscht? Ich finde, es lohnt sich, die Realisierungschancen und die Voraussetzungen für diese Art der Verkehrsführung ergebnisoffen und ideologiefrei zu prüfen.
Neue Nutzungskonzepte setzen allerdings voraus, dass sich einerseits die Verwaltung von ihrem Mantra löst, Fußgängern trockene Füße nur im Austausch gegen Bäume zu gönnen. Andererseits müssten die Radler hier deutlich mehr Rücksicht auf Fußgänger nehmen. Am Isebekufer ist Platz für alle. Nur nicht für Gruppenegoismen oder Rechthaberei.
Thorsten Büchner, Eimsbüttel

Meines Erachtens ist der Radweg in Ordnung und braucht nicht erneuert werden, aber die Fußweg-Kante am Kanal müsste so weit abgesenkt werden, dass das Regenwasser in den Kanal ablaufen kann. Das Regenwasser würde am Kanalhang versickern, und Schmutzteilchen blieben am Hang liegen.
Rudolf Bergert, per Mail

Es gibt unzählige Wege in Kleingärten, Parks und Wäldern, die nicht über Rohre entwässert werden und trotzdem pfützenarm sind. Und so lassen sich auch die Pfützen auf dieser wassergebundenen Wegdecke mit entsprechendem Unterbau ohne Eingriffe in das Grün beseitigen. Die Fachleute im Bezirk wissen schon, wie das geht. Zeigt sich hier vielleicht der Trotz muckschiger Politiker, die ihren Willen nicht bekommen haben? Wie die Bürger von diesen Politikern behandelt werden, zeigt sich auch bei den vielen Mängeln an den Gehwegen im Bezirk. Statt sie abzustellen, wird nur mit kleinen Schildern in 2,50 Meter Höhe auf die Gefahren hingewiesen. Juristisch alles in Ordnung!
Gerhard Solvie, per Mail

Anfang 2009 wurde der Hauptweg an der zum Bezirksamt Eimsbüttel gehörenden Alsterseite auf einer Länge von etwa 700 Metern saniert. Der Weg wurde mit einer neuen wassergebundenen Deckschicht versehen, wodurch Pfützen und andere Unebenheiten ausgeglichen wurden. Zudem ist durch ein optimales Gefälle der Wasserabfluss verbessert worden. Der gesamte Baumbestand blieb in seiner alten Struktur erhalten. Und in der Tat – an der Alster kann man seitdem um ein Vielfaches besser gehen als zur Zeit an unserem Isebekkanal. Warum also teure Dränagen legen und Bäume fällen?
Die von Ihnen zitierten Politiker sind genau die, welche im Interessenkonflikt mit der Isebekinitiative hervorgetreten sind. Und dann hat der Bezirk vor Gericht verloren.
Warum habe ich das Gefühl, dass von unseren Politikern keine anderen Möglichkeiten zur Verbesserung der Wegstrecke (s.o.) in Betracht gezogen wird, weil es ja eine ach so gute Gelegenheit ist, unbeteiligte Bürger gegen die Initiative aufzubringen, bzw. den Bürgern die für den Erhalt des Baumbestandes gestimmt haben, ein Schuldgefühl einzureden?
Marion Kulisch, Eimsbüttel

Ich gehören zu denen, die sich über den naturbelassenen Fußweg am Isebekkanal mitten im dicht bebauten Eimsbüttel freuen. Dass dieser nach starken Regenfällen kaum begehbar ist, finde ich unproblematisch. Niemand ist gezwungen, diesen Weg bei schlechtem Wetter zu benutzen, ein Fußweg in der Bismarckstraße verläuft parallel in circa 40 Metern Entfernung.
Leider, und das ist für mich das eigentliche Ärgernis, ist auch dieser Fußweg, wie viele Bürgersteige in Eimsbüttel, in einem ziemlich schlechtem Zustand: unebene Gehwegplatten, auch mal gelockert, zum Teil sehr eng durch parkende Autos und Fahrräder und im Dunkeln extrem schlecht ausgeleuchtet. Schon gesunde Menschen müssen sich hier konzentrieren, um nicht zu stolpern. Wieviel anstrengender muss es sein für Menschen, die etwas wackelig auf den Beinen sind, die vielleicht nicht mehr so gut sehen können oder auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind.
Die Situation ist im Bezirksamt bekannt, wie die schon in die Jahre gekommenen Schilder mit der Warnung „Stolpergefahr -Unebener Weg“ zeigen. Hier wären aus meiner Sicht Verbesserungen dringend und vorrangig nötig, und sie wären möglich, ohne dass ein einziger Baum gefällt werden müsste.
I. Homuth, per Mail

Der Isebek-Pfützen-Slalom ist ein Paradebeispiel dafür, warum die Bürgerbeteiligung in Hamburg besser umgesetzt werden muss. Zweimal wurde versucht, die unsäglichen Zustände am Isebekkanal zu verbessern. Auch beim zweiten Mal scheiterte es an der Bürgerinitiative, weil die Verwaltung unbedingt auch noch ein Haus an der Hoheluftbrücke bauen wollte. Das Haus hat der Senat später trotz der Ablehnung durch den Bürgerentscheid genehmigt, und jetzt haben alle Seiten verloren.
Leidtragende sind aber vor allem die Spaziergänger, Jogger, Fahrradfahrer an der Isebek. Dabei hatten gerade mal rund 16 Prozent der Bürger gegen die Umbaupläne an der Isebek gestimmt! Der Grund: Nur wenige sind zur Abstimmung gegangen. Es wird höchste Zeit, die bundesweit nahezu einmalige Situation in den Hamburger Bezirken zu beenden und ein Zustimmungsquorum für Bürgerentscheide einzuführen. Nur dann kann nicht mehr jede engagierte Mini-Interessengruppe sinnvolle Projekte wie einen besseren Wasserablauf an der Isebek einfach blockieren.
Dass nun Herr Duchrow, der einen gehörigen Anteil an der Misere trägt, auch noch schweigt anstatt sich um Lösungen zu bemühen, macht den Änderungsbedarf nur besonders deutlich.
Philipp Heißner, Eimsbüttel

Jetzt wird der Streit um das Pfützenmeer am Kanal dank GAL-Fraktionschef Seidlitz endgültig zur Posse. Da stimmt eine Zwei-Drittel-Mehrheit für das GRÜNE BAND AM ISEBEK und "Mr.Green" gibt sich nach fast 1000 Tagen Untätigkeit (so lange liegt die Abstimmung schon zurück ) "ratlos". Vielleicht sollten die Eimsbüttler den grünen Schnarchnasen bei der nächsten Wahl im doppelten Sinne mal zeigen, was eine Harke ist! "Beton statt Bäume" - dieser neue GAL-Slogan dürfte dem grünen Gemüse ganz schön an die Wurzeln gehen.
Harry Schild, Eimsbüttel

Egal, was die Bürgerinitiative will und aus welchen angeblich ökologischen Gründen auch immer: Auf die Verkehrssicherheit von Wegen kann und darf das keinerlei Einfluss haben, denn dafür ist die Ini nicht zuständig! Keine Diskussion kann es jedenfalls geben hinsichtlich der Trockenheit des Weges (Drainage, Bepflasterung) und des Zustands des Zaunes an der Grenze zur Böschung! Damit wird schließlich auch nicht in die Begrünung der Böschung eingegriffen, um die die Ini ja so besorgt ist.
Jochen Ebert, per Mail

Es ist richtig, dass an regenreichen Tagen tatsächlich das Wasser in großen und kleinen Pfützen den Gehweg unwegbar macht. Nicht richtig ist, dass man nun wieder einmal die Isebek-Initiative dafür verantwortlich machen müßte. Wir haben damals verhindert, dass man auf dem Abschnitt des Freibades die Bäume fällt, um den Radweg zu verbreitern und den Gehweg zu versiegeln. Das bedeutet aber absolut nicht, dass man von Seiten der Behörde keine andere Wahl hätte.
Den Beweis hat eine Gruppe von uns, meist älteren Initiative-Mitgliedern, angetreten: Wir haben die Rinnen, die neben dem Gehweg (und dem Radweg ) vorhanden sind, mit einfachsten Mitteln frei geschaufelt. Das Resultat waren bessere Gehwege, denn das Wasser konnte zumindest schon einmal ablaufen. Im übrigen sollte man an solchen regennassen Tagen mal wieder üben, Rücksicht aufeinander zu nehmen. Und wie heißt es doch so richtig: Es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur die falsche Kleidung.
Karin Templin, per Mail

Am Isebek-Kanal kann und sollte der Fußweg instandgesetzt werden, ohne den Baumbestand anzutasten. Zur Vorgehensweise hatte der Kerngebietsausschuss schon im Februar 2010 einen Prüfauftrag erteilt, dem die Verwaltung immer noch nicht nachgekommen ist. Jedoch ist auch so ersichtlich, dass eine Profilerhöhung, Reinigung der Abflussrinne und Entfernung des vermatschten Herbstlaubs ausreichend wäre. Beim völlig intakten Fahrradweg wäre die von der Verwaltung gewollte Verbreiterung auf 2,50 m im Zuge einer „Grundinstandsetzung" lediglich verbranntes Geld.
Petra Osinski, per Mail

Mit der Übername der Bürgerbegehrens „Hände weg vom Isebek“ durch die Bezirksversammlung hat der Bezirk die Aufgabe, dieses umzusetzen. Das Bezirksamt versucht nun aber offenbar, die Schuld am Zustand des Fußweges am Isebekkanal - eine Folge jahrelanger Untätigkeit bei der Wartung - auf die Isebek-Initiative abzuwälzen, um die unnötigen Abholzungen am Kaiser-Friedrich-Ufer doch noch gegen den Bürgerwillen durchzudrücken. Die Bürger wollen jedoch nur, dass die Pfützen verschwinden. Das kann ja wohl nicht so schwer sein, denn diese Art von Wegen gibt es überall in Hamburg.
Matthias Preuß, per Mail

Als direkter Anlieger des Isebekkanals weiß ich ein Lied davon zu singen, in welchem Zustand der Fußweg ist. Nach Regenfällen ist der Spazierweg eine einzige Seenlandschaft, und es dauert Tage, bis sich die Situation etwas entspannt. Mache Sumpflöcher schließen sich überhaupt nicht mehr. Die Bürgerinitiative hat allen Hamburgern, die diesen Weg gerne nutzen, einen Bärendienst erwiesen. Aber vielleicht wissen die Verweigerer einer Drainage gar nicht, was sie angerichtet haben, weil sie keine Vorortkenntnis haben. Es würde deshalb sicherlich helfen, wenn sie verpflichtet würden, nach jedem Regen die Pfützen trocken zu legen. Ich denke, dass dies sehr schnell die Bereitschaft erhöhen würde, an den Verhandlungstisch mit Verwaltung und Bezirkspolitik zurückzukehren.
Aber im Ernst: Es führt kein Weg daran vorbei, dass alle Beteiligten an den „Runden Tisch“ zurück müssen, um neu zu beraten. Eine Lösung gibt es immer, die Beteiligten müssen nur wollen. Und der Bürgerinitiative sei noch mit auf den Weg gegeben: Keine Haltung darf in Stein gemeißelt sein. Wer sich so verhält, dem steht es nicht zu, demokratische Grundrechte einzufordern.
Günter Dorigoni, Eimsbüttel

Ihr Artikel „Pfützenmeer am Kanal“ stellt die Tatsachen auf den Kopf. Denn der desolate Zustand des Gehweges am Isebekkanal besteht schon seit vielen, vielen Jahren, als von Bürgerbegehren noch nicht die Rede war. Ursache des anhaltenden Miss-Stands ist die mangelnde Unterhaltung der Entwässerungseinrichtungen und die fehlende Beseitigung des Herbstlaubs, das den Winter über zu einem humosen, glitschigen Matsch zertreten wird. So ein verwahrloster Weg lässt sich ohne Probleme jederzeit instandsetzen, indem die inzwischen gebildete Humusschicht abgetragen und fachgerecht durch eine feste „wassergebunden Decke“ aus gebrochenem Natursteinmaterial ersetzt wird. Die vernachlässigten Entwässerungseinrichtungen sind nach den vorhandenen Bauplänen zu reparieren oder zu erneuern. Bäume müssen bei dieser Sanierung des Gehweges nicht gefällt werden. Die Radwege sind völlig intakt und brauchen nicht, wie vom Bezirksamt behauptet, grundinstandgesetzt werden.
Wie so eine Weginstandsetzung unspektakulär abläuft, kann man immer wieder rund um die Außenalster beobachten. Da wird ein Fußweg auch schon mal um einen Baum herum geführt, wenn er im Wege steht. So wird's gemacht.
Mira Saathoff, per Mail

Mit der Zustimmung am Kanal Isebek zu einem Bürgerentscheid in Hamburg hat sich die Stadt der Willkür der Mitbürger ausgesetzt. Die meisten Bürger, welche an diesen Umfragen teilnehmen, haben selten eine Ahnung, um was es bei den Fragen eigentlich geht. Bei soviel Unkenntnis ist es sicher gerecht, dass das Pfützenspringen die entstandene Handlung des Bezirksamts rechtfertigt. An der Hoheluftbrücke haben wir den gleichen Fall (Bürgerentscheid). Hier haben wir einen Abriss mit dem Bauzaun (zurzeit eine Urinecke für Penner), wo keine Bebauung stattfindet, da der Bürgerentscheid auf Grünflächen bestand. Jetzt müssen sich die Bewohner mit dem Schmuddelgrundstück abfinden, somit Dank an die hierzu befragten Bürger.
Heike Wetzel, Eimsbüttel


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2 Kommentare
206
Sebastian Jiske aus Heimfeld | 22.11.2012 | 10:48  
236
Fran Kee aus Eimsbüttel | 27.11.2012 | 13:29  
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