Parkplatzpläne am Schlump: „Lasst den Markt in Ruhe!“

Parkplätze statt Marktflair? Anwohner der Gustav-Falke-Straße setzen sich für den Erhalt des Wochenmarkts ein.
 
Händlerin Birgit Carstens: „Eine Verlegung wäre dramatisch. Dann sieht uns keiner mehr von der U-Bahn-Station aus.“
Hamburg: U Schlump |

Anwohner und Händler kämpfen für den Wochenmarkt Gustav-Falke-Straße in Eimsbüttel

Montags und donnerstags ist Markttag an der Gustav-Falke-Straße: Gut ein Dutzend Händler bietet direkt gegenüber der U-Bahn-Station Schlump Gemüse, Obst, Fleisch, Käse, Süßigkeiten und andere Spezialitäten an. Der kleine Markt ist beliebt. Die Händler fühlen sich aber von Parkplatzplänen bedroht.
Auf einem Teil der Marktfläche möchte die Hochbahn dauerhaft zwölf Stellplätze für Leih- und Mietwagen einrichten, Teil eines neuen Verkehrsangebots namens „Switch“ (siehe unten). Kommt die Station wie bisher geplant, müsste der Markt um etwa 25 Meter in den unteren Bereich der Gustav-Falke-Straße ausweichen. „Das wäre dramatisch, dann sieht uns von der U-Bahn-Station aus keiner mehr“, sagt Händlerin Birgit Carstens. Für die Marktleute sei wichtig, dass Passanten den Markt auf einen Blick wahrnehmen, so komme Laufkundschaft, auf die die Händler angewiesen sind.
Die Hochbahn führt hingegen für ihre Autoparkplätze genau das gleiche Argument an: „Ganz entscheidend für den Erfolg dieses kombinierten Verkehrsangebots ist die unmittelbare räumliche Nähe zur U-Bahn-Haltestelle“, sagt Sprecher Christoph Kreienbaum. „Wir sehen im Moment keine andere Möglichkeit.“
Anwohner kämpfen für den Markt und haben Alternativ-Vorschläge gemacht. Park-plätze für die Mietautos gebe es zum Beispiel auch an umliegenden Straßen, etwa an der Schäferkampsallee oder der Schröderstiftstraße, nur ein paar Sekunden Fußweg entfernt. Den Nachbarn geht es in erster Linie um den Erhalt des charmanten Markts. Und: „Die Mietautos sollten besser an einer anderen Stelle parken, wo sie keine Stellplätze für Anwohner wegnehmen“, sagt eine Nachbarin.
Die Markthändler sammeln bereits Unterschriften für den Erhalt des Markts an Ort und Stelle. Obmann Helmut Buhr: „Wir sind nicht gegen die Pläne, das ist ein gute Idee, aber bloß an anderer Stelle. Man hätte uns ja mal fragen können, was wir davon halten!“
Die Hochbahn ist offen für eine Kompromiss-Suche. Nun ist der Bezirk gefragt, der die Pläne letzten Endes genehmigen muss.

Was ist „Switch“?


Neues Angebot mit komischem Namen: „Switchh“ nennt die Hochbahn Stationen, an denen Fahrgäste leicht von einem Verkehrsmittel auf das andere umsteigen können (switch heißt übersetzt: umschalten, umsteigen). Leih-Fahrräder, Radgaragen und Mietwagen sollen dabei an einem zentralen Verkehrsknotenpunkt vorhanden sein. Die erste Switch-Station gibt es am Berliner Tor. In Eimsbüttel fiel die Wahl auf die Station Schlump. Warum? Zum einen nutzen mit 60.000 Fahrgästen täglich sehr viele Menschen diese Haltestelle, zum anderen ist es laut Hochbahn die einzige im Kerngebiet, in deren Umfeld Stellplätze für Räder und Autos vorhanden sind. Der Bezirk Eimsbüttel will diese Station und hat die jetzige Lösung befürwortet.

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1 Kommentar
Carsten Vitt aus Eimsbüttel | 16.10.2013 | 09:59  
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