Parkplätze futsch für Stadtrad

Gerd Jansen an der Stadtrad-Leihstation in der Methfesselstraße: „Hier mussten fünf Parkplätze weichen, obwohl an der U-Bahnstation genug Platz für die Räder ist“, ärgert sich der Geschäftsmann. Foto:fl
Von Franco Liccione, Eimsbüttel – Gerd Jansen blickt auf die Reihe roter Fahrräder an der Methfesselstraße. „Das ist eine absolute Merkwürdigkeit“, sagt er und schüttelt den Kopf. Wo früher Parkplätze waren, parken jetzt die markanten Stadtrad-Gefährte an metallenen Pfosten. Ein guter Standort? Kommt auf die Perspektive an.
Die Station für die Leihräder ist einige Meter von der U-Bahn-Haltestelle Lutterothstraße entfernt. Laut Jansen mussten dort fünf Parkplätze weichen, obwohl direkt am Ausgang der U-Bahn mehr Platz sei. „Dort wuchert das Unkraut und die Fahrradleichen faulen vor sich hin“, ärgert er sich. Gegen das Stadtrad-System habe er generell nichts, im Gegenteil: „Das Konzept finde ich super! Ich bin nur sauer über den verschenkten Platz. Das ist doch ein Widerspruch, ein paar Meter weiter Parkplätze zu vernichten, die hier in Eimsbüttel sowieso knapp sind!“
Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, zuständig für das Stadtrad-System, findet die Kritik unberechtigt: „Bei der Standortwahl wird der Bezirk beteiligt und bei dem Standort an der Methfesselstaße ist sorgfältig abgewogen worden“, sagt Sprecherin Susanne Meinecke. Man ziehe an sich Plätze vor, die Einschränkungen, wie etwa den Wegfall von Parkplätzen, verhindern. „Aber immer lässt sich das nicht realisieren. Der Platzbedarf für eine Station ist nicht zu unterschätzen“, so Meinecke weiter.
Die Behörde sei sich zudem auch der Interessen der Geschäftsinhaber bewusst: „Zu den Auswahlkriterien einer Stadtrad-Station gehört neben der Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln auch die Nähe zu Geschäften“, sagt Meinecke. So profitierten diese ihrer Erfahrung nach meistens von mehr Kunden.
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