Parken verboten – Anwohner ärgern sich

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Neue Parkverbotszone am Eimsbütteler Marktplatz: Dr. Dieter Ernst und Stephan Zieriacks (v.l.) verstehen die Welt nicht mehr. Foto: ar

Am Eimsbütteler Markplatz sind Stellplätze aufgehoben worden – jahrzehntelang gab es da kein Problem

Von Anne Rose, Eimsbüttel – Stephan Zieriacks versteht die Welt nicht mehr: „Wo sollen wir denn parken? Die Autos verschwinden ja nicht, nur weil es keine Parkplätze mehr gibt.“ Rund um die Schleife Eimsbütteler Marktplatz und Kieler Straße, zwischen Eduardstraße und Armbruststraße, ist das Parken auf den breiten Gehwegen kürzlich verboten worden.
Auch Dr. Dieter Ernst, der seit über 60 Jahren hier lebt, ärgert sich: „Da waren immer Parkplätze, sogar als hier noch die Straßenbahn fuhr!“ Anfang Dezember hatte er dann plötzlich einen Hinweiszettel der Polizei an seinem Wagen. „Ein Parkverbot in direkter Nähe zur Schule kann ich ja verstehen, aber hier an der Kieler Straße?“
„Natürlich ist uns das Parkplatzproblem bekannt“, räumt Ralph Poluda vom zuständigen Polizeikommissariat ein. Doch der Entscheidung des Bezirksamts gingen Beschwerden vom Elternrat der Grundschule Eduardstraße voraus. „Da die Autos zwischen Fahrradweg und Fußweg parken, mussten die Kinder hinter den Autos warten. Wenn die Ampel grün wurde, liefen sie dann zwischen den Autos hindurch. Gerade bei größeren Wagen konnten die Radfahrer die Kinder häufig nicht rechtzeitig sehen“, so Poluda.
Zugleich haben sich Mitarbeiter des Bezirksamts dann auch die umliegenden Flächen genauer angesehen. Ergebnis: Die Bordsteine sind zu hoch, die parkenden Autos beschädigen die Radwege. Regelmäßige Sanierungen wären teuer. Außerdem gilt: Solange Parken ausdrücklich zugelassen ist und Reifen an zu hohen Kantsteinen beschädigt werden, kann die Stadt im Einzelfall haftbar gemacht werden.
Zieriacks und Ernst reichen diese Erklärungen nicht. „Ich habe das Gefühl, dass hier gegen die Autofahrer gearbeitet wird. Mit diesen Argumenten kann man das Parken in ganz Hamburg verbieten“, meint Zieriacks. „Genervte Parkplatzsucher werden sich künftig in die Seitenstraßen stellen – und dann wird es richtig gefährlich, weil da dann keine Feuerwehr mehr durchkommt.“
Noch verteilt die Polizei überwiegend Hinweiszettel, bald müssen sich Parksünder auf Knöllchen einstellen.
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