Osterstraße: Noch ein Jahr Treppen-Quälerei

Eduard Schernat schleppt seine Einkäufe jede Woche die schmalen Treppen an der U-Bahn-Station Osterstraße herunter. „Im Sommer hilft immer jemand. Aber bei Regen wollen die meisten nur schnell nach Hause“, klagt der Rentner. (Foto: ar)

U-Bahn-Station Osterstraße bekommt erst Anfang 2013 einen Aufzug

Von Anne Rose, Eimsbüttel – Endlich tut sich was an der Bus- und U-Bahn-Haltestelle Osterstraße: die hässliche Bus-Ersatzhaltestelle kommt weg, ab Anfang 2013 sollen zwei Fahrstühle den Zugang zur U-Bahn erleichtern.
„Ich glaube schon fast nicht mehr daran“, meint Eduard Schernat, der sich jede Woche mit seinem schweren Handziehwagen die schmalen Treppen von der U-Bahn-Station hinaufquält. „Ich wohne in Horn und komme extra her, weil die Bahn hier so nah an den Supermärkten ist. Auf dem Hinweg kann ich den direkten Übergang zu Karstadt nutzen und dort den Fahrstuhl nehmen, aber stadteinwärts gibt es nicht mal eine Rolltreppe.“ Schernat ist mit diesem Problem nicht allein, tagtäglich mühen sich Eimsbütteler mit Rollatoren, Kinderwagen und Krücken auf den schmalen Treppen ab. Damit soll Anfang 2013 endlich Schluss sein. „Baubeginn ist in diesem Jahr, die Osterstraße wird als erste von 20 Haltestellen umgebaut“, erklärt Chris-toph Kreienbaum, Pressesprecher der Hochbahn. Noch laufen die letzten Planungen, Baubeginn ist im Herbst. Der genaue Standort der neuen Fahrstühle und die Gesamtkos-ten stehen noch nicht fest, Anfang nächsten Jahres sollen die Arbeiten aber abgeschlossen sein.
Von den zwölf U-Bahn-Haltestellen in Eimsbüttel sind derzeit sechs mit einem Aufzug zu erreichen, bis 2015 sollen auch die Stationen Christuskirche und Emilienstraße fertig werden. An der Hoheluftbrücke und der Sternschanze dauert es vermutlich bis 2020.
Auch die Bus-Ersatzhaltestelle an der Osterstraße soll in diesem Jahr endlich ersetzt werden. Das kleine rote Häuschen, eigentlich ein Provisorium, steht bereits seit Dezember 2009. „Ab April wird umgebaut“, verspricht Stephan Glunz, Sprecher des Bezirksamts. „Die Busbucht wird zu einer Aufenthaltsfläche für Fußgänger umgewandelt. So schaffen wir mehr Platz und entschärfen die Probleme zwischen wartenden Fahrgästen und den Radfahrern.“ Der Bus soll auf der Straße halten. „So entfällt auch das zeitaufwendige Einfädeln der Busse in den Verkehr, so dass der Busverkehr beschleunigt werden kann.“ Kosten: 70.000 Euro, Bauzeit: zwei Monate. Im Sommer wird es dann nach über zwei Jahren Wartezeit endlich wieder eine richtige Haltestelle geben.

Bus-Haltestelle:Eimsbüttel hat getrödelt
Warum dauert das so lange mit dem Umbau der Bushaltestelle? „An uns liegt es nicht,“, sagt Maja Weihgold, Sprecherin der Hochbahn. „Das ist ein absolut unzufriedenstellender Zustand. Wir haben die Pläne für die Haltestelle seit 2009 fertig, aber auf unsere Anfragen an das Bezirksamt haben wir bis jetzt keine Rückmeldung bekommen.“
Bezirksamtssprecher Stephan Glunz erklärt das Problem: Lange fehlte die Zustimmung des Kerngebietsausschusses. „Die Pläne wurden mehrfach überarbeitet, eine Einigung gab es erst im Herbst 2011.“
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