Osterstraße: Bürger wollen weniger Verkehr

Autos machen die Osterstraße ungemütlich, Radfahrer sollen mehr Platz bekommen: Darin sind sich die meisten Bürger einig. Aber es bleibt umstritten, wie der Verkehr reduziert werden kann.

Umbau der Einkaufsmeile: Erste Ideen von Planern

Tempolimit, weniger Verkehr, mehr schöne Ecken zum Aufhalten an der Osterstraße: Diese Forderungen bekamen bei der Bürgerrunde vorige Woche kräftigen Applaus – das Elbe Wochenblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.


Was haben die Verkehrsplaner vor?
Radwege sollen auf die Straße verlegt werden, um mehr Platz für Fußgänger oder Geschäfte zu schaffen. Es gibt mehrere Möglichkeiten: Durchgehende Radfahrstreifen oder sogenannte Schutzstreifen (gestrichelte Linie, die auch von Autos überfahren werden kann). Eine dritte Möglichkeit sind kleine gepflas-terte Mittelinseln, die Fußgänger zum Überqueren der Straße nutzen können.

Wie soll der Verkehr gebremst werden?

Es wird vorgeschlagen, zwei Mini-Kreisel Höhe Emilienstraße und Methfesselstraße zu bauen.

Wird es Tempo 30 geben?
Das wird schwierig. Die Planer argumentieren, dass ohnehin 85 Prozent der Fahrzeuge weniger als 40 Stundenkilometer fahren. Durch die Kreisel und Radstreifen werde der Verkehr zusätzlich gebremst.

Wer nutzt die Osterstraße?
Interessante Zahlen: Etwa 87 Prozent der Besucher sind aus dem Stadtteil oder Bezirk Eimsbüttel – mehr als die Hälfte kommt zum Einkaufen an die Osterstraße.
Gut 80 Prozent der Besucher sind zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln an die Einaufsmeile gekommen, nur eine Minderheit (13,4 Prozent) mit dem Auto.

Ist die Straße autofrei zu machen?
Schwierig, es gibt starke Einwände, da die Osterstraße eine Durchgangsstraße ist. Die Geschäftsleute sind vehement gegen Pläne, Autos aus der Straße zu verdrängen. Dabei ist das Problem gewissermaßen hausgemacht: Die Anwohner der umliegenden Quartiere verstopfen die Straße mit ihren vielen Fahrzeugen.

Was wird noch gewünscht?

Der Erhalt von Grün liegt vielen am Herzen. Laut Planern sollen Bäume weitestgehend erhalten bleiben, vereinzelte Fällungen seien aber nicht zu vermeiden.


Zahlen und Fakten:

– Planungsraum: Osterstraße zwischen Schulweg und Methfesselstraße (etwa ein Kilometer lang)
– Zwei Abschnitte: (1) Schulweg bis Heußweg und (2) Heußweg bis Methfesselstraße
– Verfügbares Budget: sieben Millionen Euro
– Kernergebnisse einer Passantenumfrage (knapp 1.800 Befragte): Die Menschen kommen überwiegend zu Fuß, mit dem Rad oder Bus und Bahn zur Osterstraße. Hauptzwecke: Einkaufen (55 Prozent), Gastronomie (15 Prozent), Dienstleistungen/Arzt (9 und 8 Prozent).
– Die Osterstraße nutzen 14.000 Fußgänger, 13.000 Autofahrer und 5.000 Radfahrer pro Tag
– Es gibt knapp 230 Parkplätze an der Osterstraße, davon 180 kostenpflichtig
– Nachts parken hier Anwohner, tagsüber überwiegend Angestellte und Kunden der Geschäfte.

Infos/Pläne/Vorschläge: www.hamburg.de/eimsbuettel/osterstrasse
http://www.hamburg.de/contentblob/4340072/data/eimsbuettel-stadtraumerneuerung-osterstrasse-praesentation-140703.pdf
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