Osterstraße: Baustelle als Umsatzkiller?

Die Osterstraße wird umgebaut – Busse, Autos und Fußgänger müssen Umwege nehmen.

Umleitungen, Lärm und Dreck: Ist die Baustelle ein Problem für Geschäfte? Interview mit Niels Böttcher vom Verein Osterstraße

An der Osterstraße wird seit Herbst gebaut – das Elbe Wochenblatt sprach mit Niels Böttcher, dem Vorsitzenden des Vereins Osterstraße, über Probleme und Chancen.

Elbe Wochenblatt: Herr Böttcher, für manche Geschäftsleute ist die Baustelle eine Belastungsprobe, welche Beschwerden gab es bisher?

Niels Böttcher: Zuletzt bezogen sich die Beschwerden hauptsächlich auf eine unglück- liche Beschilderung. Aktuell irritiert das Schild „Sackgasse“ an der Kreuzung Schulweg, weil es nicht zutreffend ist, da man die Osterstraße links und rechts über die Emilienstraße verlassen kann. Unternehmen zwischen Schulweg und Emilienstraße haben das kritisiert, da sich sowas auch gleich auf die Kundenfrequenz auswirkt. Man ist aber im ständigen Dialog. Unser Verein ist jeden Dienstag bei den Baubesprechungen vertreten und trägt dort alle Sorgen, Fragen und Beschwerden der Gewerbetreibenden und Anwohner vor. Die Verantwortlichen nehmen diese stets ernst und kümmern sich um sofortige Abhilfe und Nachbesserung.

EW: Ein Geschäft soll schon geschlossen haben, andere leiden arg unter Lärm und Dreck – wie ist die Stimmung insgesamt?

Böttcher: Ein Geschäft am Heußweg musste bedauerlicherweise schließen. Ob die Gründe hierfür allein auf den Umbau zurückzuführen sind, wird derzeit beim Bezirksamt geprüft. Man hat im Vorfeld versucht, die Situation der Geschäfte am Heußweg 25 zu verbessern. Die dort eingerichtete Baurüstfläche war natürlich eine Belastung. Die Container und Bauwagen wurden daraufhin umgesetzt. In einer Straße mit knapp 200 Gewerbetreibenden gibt es kein einheitliches Stimmungsbild. Es gibt Befürworter, Skeptiker und Geschäftsleute, die das ganz gelassen nehmen, sich darauf freuen, dass es schöner wird.

EW: Nach dem Umbau soll die Osterstraße für Fußgänger und Radfahrer deutlich besser werden – wird sie auch für Geschäfte der große Wurf?

Böttcher: Die Osterstraße ist hauptsächlich ein Nahversorgungszentrum. Die meisten Kunden kommen tatsächlich mit dem Rad oder zu Fuß in die Osterstraße oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die vorige Situation war auf manchen Straßen- und Bürgersteigabschnitten sehr ungünstig. Radler und Fußgänger kamen sich ins Gehege. Wenn es künftig entspannter für beide wird, umso besser auch für die Geschäfte. Außerdem wird die Aufenthaltsqualität sicherlich steigen. Das kann sich für die Geschäfte eigentlich nur günstig auswirken.

EW: Befürchten Sie steigende Mieten und die Verdrängung kleinerer klassischer Betriebe, wenn die Straße hip und chic wird?
Böttcher: Anfragen von Unternehmen, die sich in der Osterstraße ansiedeln möchten, nehmen deutlich zu. Es ist eher das Problem von Nachfrage und Angebot, das die Mieten in die Höhe treiben könnte.

EW: Aktive Bürger fordern immer wieder Tempo 30 oder eine komplette Verkehrsberuhigung – was halten Sie davon?
Böttcher: Eine komplette Verkehrsberuhigung für eine Straße wie die Osterstraße ist weder für Kunden noch für Geschäfte empfehlenswert.
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4 Kommentare
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Kai Dirksen aus Eimsbüttel | 29.03.2016 | 16:51  
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Christine Stecker aus Eimsbüttel | 31.03.2016 | 14:43  
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Peter Gutzeit aus Eimsbüttel | 31.03.2016 | 15:22  
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Christine Stecker aus Eimsbüttel | 31.03.2016 | 16:40  
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