Olympia: „Recht auf die eigene Meinung!“

Melissa (16) achtet darauf, dass die Abstimmungsunterlagen ordnungsgemäß eingeworfen werden. (Foto: cvs)

Zehntklässler der Stadtteilschule Stellingen engagierten sich als Wahlhelfer bei der Hamburger Abstimmung

Christopher von Savigny, Eimsbüttel / Stellingen

Ins Wahllokal in der Berufsschule an der Lutterothstraße kommt ein Bürger nach dem anderen, um abzustimmen. Nils (17) überprüft die Ausweise – oder Führerscheine als Alternative. Zusammen mit sieben weiteren Schülern der Stadtteilschule (STS) Stellingen engagiert sich der Jugendliche als Wahlhelfer bei der Hamburger Olympia-Abstimmung. Die Schüler kümmern sich darum, dass alles glatt läuft, sie erklären auch, welcher Zettel wo eingeworfen werden muss und aktualisieren das elektronische Wählerverzeichnis. In zwei Schichten waren sie von 8 bis 18 Uhr im Wahllokal, danach wurden die Stimmen ausgezählt.
Initiiert wurde die Aktion von Christian Egbering, der als „Teach First“-Fellow eine Olympia-Wahl-AG an der STS Stellingen leitet. Hintergrund: Im Fall der Olympia-Frage durften schon Jugendliche ab 16 Jahren abstimmen. „Ich möchte erreichen, dass Schüler sich politisch stärker engagieren“, sagt Egbering, studierter Politikwissenschaftler. Über das geförderte Quereinsteiger-Programm „Teach First“ arbeitet er zurzeit als Lehrer und kümmert sich um die STS-Nachmittagskurse.
Die Zehntklässler-AG läuft seit Anfang des Schuljahres, die Gruppe hat eine Podiumsdiskussion mit Hamburger Politikern organisiert, an der sich rund 300 Schüler beteiligten. Außerdem gab es eine Probewahl an der Schule. Vom Sinn und Zweck seiner Jungwähler-AG ist Egbering überzeugt: „Es wird inzwischen wesentlich mehr über das Thema gesprochen“, sagt er. Die AG-Schüler seien „Multiplikatoren“, die auch ihre Mitschüler für das Thema begeisterten.
Die Auszählung der schulinternen Abstimmung ergab folgendes Bild: Rund 35 Prozent der Schüler waren für Olympische Spiele in Hamburg, 65 Prozent dagegen – das war ein deutlicheres Nein als hamburgweit (siehe unten). Alina (16): „Wer nicht abstimmt und sich anschließend über das Ergebnis ärgert, ist selbst Schuld!“
Nils (17) hat im Rahmen einer früheren AG bereits bei der Hamburger Bürgerschaftswahl mitgewirkt. „Ich möchte alle jungen Leute dazu ermutigen, ihre Stimme abzugeben. Jeder hat ein Recht auf die eigene Meinung!“

www.hamburg.de/wahlen

Ergebnis Hamburg
Wahlberechtigt: 1,3 Millionen Bürger
Abgegebene Stimmen: 651.589 (50,1 Prozent)
Ja-Stimmen: 314.468 (48,4 Prozent)
Nein-Stimmen: 335.468 (51,6 Prozent)

Bezirk Altona
Wahlberechtigt: 186.110 Bürger
Abgegebene Stimmen: 96.335 (51,8 Prozent)
Ja-Stimmen: 42.966 (44,7 Prozent)
Nein-Stimmen: 53.158 (55,3 Prozent)

Bezirk Eimsbüttel
Wahlberechtigt: 192.485 Bürger
Abgegebene Stimmen: 104.902 (54,5 Prozent)
Ja-Stimmen: 50.801 (48,5 Prozent)
Nein-Stimmen: 53.880 (51,5 Prozent)

Quelle: Landeswahlamt / vorläufiges Ergebnis
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