„Offene Jugendarbeit bleibt wichtig!“

„Wir brauchen Planungssicherheit, um unsere Arbeit am Laufen zu halten“: Ralf Helling, Geschäftsführer des Vereins Lenzsiedlung.

40 Jahre Lenzsiedlung: Eine Bestandsaufnahme

Mit einem Jugendhaus fing es an: Ende der 70er Jahre taten sich Lokstedter zusammen, um etwas für junge Bewohner der Lenzsiedlung zu tun. Die Kinder und Heranwachsenden in dem Hochhauskomplex sollten nicht auf der Straße rumhängen und möglicherweise auf die schiefe Bahn geraten. Seitdem hat sich in der Siedlung, in der vor 40 Jahren viele günstige Wohnungen entstanden, eine Menge getan – eine Bestandsaufnahme.
Bis zu 14 Stockwerke hoch, 1.000 Wohnungen, Heimat von knapp 3.000 Menschen aus etwa 60 Ländern: Das ist die Siedlung in Zahlen. Ralf Helling und seine Leute vom Verein Lenzsiedlung kennen die täglichen Sorgen und Probleme: „Es gibt eine hohe Arbeitslosigkeit, vor allem unter Jugendlichen. Etwa ein Drittel der Bewohner lebt von Transferleistungen“, sagt der Geschäftsführer des Vereins. 1977 wurde dieser auf Initiative von Bewohnern gegründet, heute ist der Verein so etwas wie der gute Pate der Siedlung.
Es gibt ein schickes neues Bürgerhaus, Beratungsstellen und Angebote für alle Generationen. Neu hinzugekommen sind im vorigen Jahr eine Familienberatung und ein Seniorentreff. „Wichtig ist, dass die Angebote ohne große Hürden in Anspruch genommen werden können“, so Helling. Sprich: Hingehen, teilnehmen, sich beraten lassen. „Für viele Menschen sind wir hier die erste Anlaufstelle, gegenüber Behörden gibt es Berührungsängste und Vorbehalte“, sagt Helling.
Der Verein ist ein akzeptierter Partner, doch die Arbeit wird immer wieder erschwert. Voriges Jahr gab es Kürzungen – das Jugendhaus musste Angebote einschränken, das Musik- und Tanzprojekt kann nur dank Spenden aufrechterhalten werden. Gerade solche, für alle zugänglichen, Angebote seien aber unverzichtbar: „Für viele Kinder und Jugendliche sind die Einrichtungen der Kontakt zur deutschen Gesellschaft. Den Mitarbeitern vertrauen sie. Schulische Angebote können das nicht ersetzen.“
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