Nicht ausruhen, weitermachen!

Tempo 30 in der Bundesstraße – ein Kommentar

Die Initiative Bundesstraße dürfte einen Rekord aufgestellt haben: So schnell hat bisher keine Gruppe von Bürgern ihr Ziel erreicht. Vor knapp zwei Monaten formierte sich die Initiative aus der Elternschaft der Schule An der Isebek, forderte mehr Sicherheit für Kinder, Jugendliche, Fußgänger, Jogger und Radfahrer an der Bundesstraße. Tempo 30 ist nun beschlossen worden. Erfreulich – auch wenn wir alle auf den Unfall hätten verzichten können, bei dem Wirtin Stefanie Haver starb.
Es ist aber zu einfach, das Erreichte schon als Allheilmittel zu sehen. So naiv ist hier keiner. Ein ausgewiesener Tempo-30-Abschnitt bedeutet noch lange nicht, dass sich alle Autofahrer daran halten. Wir dürfen uns und unsere Kinder nicht in trügerische Sicherheit wiegen. Wenn es knallt, ist das Auto immer noch stärker. Wir müssen die Polizei sanft aber stetig zu Kontrollen auffordern. Wir müssen selbst aufpassen und sollten nicht leichtsinnig über die Straße laufen.
Wir müssen weiter daran arbeiten, dass dieses Viertel in unserer Stadt zu einem menschenfreundlichen wird. Ja, das beginnt auf der Straße vor unserer Haustür. Wie wir wissen, wurden alle Pisten – ob Ring Zwei oder Nebenstraße – in einer Zeit geplant oder umgebaut, als die Fortbewegung mit dem Auto noch als der Endpunkt des gesellschaftlichen Fortschritts galt. Da sind wir heute schlauer. Wir wollen nicht mehr in Blech und Abgasen umkommen. Unsere schönen und verdammt teuren Altbauviertel taugen doch zu viel mehr als nur zum Parkplatz (den man sowieso nicht findet).
Die Initiative Bundesstraße und andere Aktive, zum Beispiel von der Gruppe Osterstraße Autofrei, wollen mehr erreichen, um die Stadt zu einem wirklich lebenswerten Raum zu machen. Mal ehrlich: Einkaufen und Flanieren machen doch weder an der Osterstraße noch am Eppendorfer Weg richtig Spaß, wenn dauernd Autos vorbeibrausen. Das geht besser.
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