Neues Gymnasium: „Toll, schön groß“

Hier ist richtig viel Platz: Jette (10, v.l.), Hatice (10), Pär (11), Paul (9) und Carla (10) messen den Schulhof aus.

Noch sind die Fünftklässler im Gymnasium Hoheluft unter sich – in ein paar Jahren sollen dort bis zu 800 Schüler lernen

Jette, Hatice, Pär, Paul und Carla wollen wissen, ob ein Flugzeug auf den Schulhof passen würde. Mit Maßband und Messrad laufen sie von einem Ende des Pausenhofs zum anderen. Kurzer Blick auf das Buch mit den Jumbo-Maßen. Ergebnis: „Passt.“ Wow.
Zu Besuch in dem neuen Gymnasium Hoheluft in der Christian-Förster-Straße: 83 Fünftklässler lernen hier in drei Klassen. Sie sind der einzige Jahrgang, gleichzeitig die ältesten und die jüngsten. Fast alles ist etwas Besonderes an dieser Schule im Aufbau.
Leiterin Pia Brüntrup ist schon seit ein paar Monaten an ihrem neuen Gymnasium. Zwölf Lehrer gehören zu dem (noch) kleinen Kollegium. „Hier sind nur Kollegen, die Lust haben sich einzubringen“, sagt sie strahlend. Ohne diese Tugend wären die Lehrkräfte wohl auch verloren in der neuen Schule: Immer wieder ist die Kunst der Improvisation gefragt.
Das gilt für die Ausstattung wie für den Unterricht. „Wir hatten keine Stühle, keine Tische und keine Stifte“, erzählt Brüntrup. Die Klassenräume sind noch nicht alle komplett fertig, in dem Gebäude wird noch längere Zeit gebaut. Macht nichts, das wird gleich zum Inhalt gemacht. „Die Kinder kriegen hier mit, wie man improvisiert, sie finden Lösungen, wie man etwas verbessern kann.“ Kommt das Mittagessen, packt die Schulleiterin auch selbst mit an.
Das Gymnasium Hoheluft hat als Schwerpunkte Naturwissenschaft, Technik und Ethik, zudem Management, Wirtschaft und Recht. Demnächst gehts ans Philosophieren: Eine Professorin soll dem Kollegium Tipps geben, wie in allen Fächern philosophische Fragen mit eingebaut werden können. Und wenn der Kopf der Schüler mal zu sehr raucht, können sie in den Pausen auf dem riesigen Schulgelände Dampf ablassen. Fußballwiese, Spielecke, Garten, großer Pausenhof, Sporthalle – wer hat das schon alles auf einer Ecke im engen Eimsbüttel?
„Das ist aufregend, wir sind die ersten Schüler, es wird alles neu gemacht“, sagt Carla (10). Sonia (10) urteilt knapp: „Die Schule ist toll, schön groß!“

Baustellen
Der Fachraum für Naturwissenschaften ist in Containern auf dem Schulhof untergebracht, weitere Räume entstehen noch. Mitten im Schuljahr ziehen die Klassen um in den dann fertigen zweiten Stock: Noch viel in Bewegung. Schulleiterin Pia Brüntrup tröstet die Aussicht auf die großzügigen neuen Räume über Mankos hinweg: „Wenn man weiß, wie schön es wird, ist es ertragbar.“
Der erste Abiturjahrgang wird in acht Jahren die Schule verlassen, dann sollen etwa 700 bis 800 Schüler das Gymnasium besuchen (drei bis vier Klassen pro Jahrgang). Bis vor ein paar Jahren war in dem 1907 erbauten Gebäude ein Teil der Grundschule Hoheluft untergebracht. Diese brauchte die Räume aber nicht mehr. Da die Eimsbütteler Gymnasien überlaufen sind, entschloss sich die Schulbehörde zu einer Neugründung – der ersten seit 15 Jahren.
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