Neue Wohnungen, aber keine neuen Kita-Plätze: Bauen ohne Verstand?

In Stellingen sollen in den kommenden Jahren massiv neue Wohnungen entstehen, aber wird auch genügend an die nötige Infrastruktur für die neuen Bewohner gedacht? Die Parteien sind da geteilter Meinung. (Foto: rs)

Warnende Stimmen in Stellingen: Infrastruktur kommt nicht hinterher

Reinhard Schwarz, Stellingen – Wohnungen, Wohnungen, Wohnungen – so lautet die Devise des SPD-Senats unter Bürgermeister Olaf Scholz. Auch in Stellingen steht der Wohnungsbau auf der Prioritätenliste ganz weit oben. Bis 2015 sollen im Stadtteil 240 Wohnungen neu gebaut werden, ab 2016 sind sogar 1.000 neue Wohnungen geplant – das sieht das Wohnungsbauprogramm des Bezirks vor. Ganz schön viel. Doch wie sieht es mit der Infrastruktur, mit neuen Schulen und Kita-Plätzen aus? Wie steht es mit Einkaufsmöglichkeiten? Mit Service-Einrichtungen für die (zusätzlichen) Bürger?
Aus Sicht von Hans-Hinrich Brunckhorst, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Stellingen, geschieht in diesem Bereich nicht genug: „Da denkt das Bezirksamt zu wenig dran.“ Thema Kita-Plätze: „Das spielt eine große Rolle für junge Familien, die in den Stadtteil ziehen.“ Ebenso spielten Service-Einrichtungen wie das im Sommer geschlossene Kundenzentrum am Basselweg eine wichtige Rolle für den Stadtteil.
Auch GAL-Fraktionschef Roland Seidlitz gibt zu: „Zusätzlich zu neuen Wohnungen brauchen wir die entsprechende Infrastruktur im Kita-Bereich und bei den Schulen.“ Allerdings müsse man angesichts sinkender Schülerzahlen genauer hingucken, wo der Bedarf sei. Benötigt würden aber auch kleinere Geschäfte, soziale Einrichtungen und Orte, an denen sich Bürger treffen können.
Monika Rüter, stellvertretende Distriktvorsitzende der Stellinger SPD, räumt ein, dass die Politik sich zum Thema Schulen und Kitas „bisher keine ausreichenden Gedanken gemacht hat“. Es müssten allerdings auch erst einmal „konkrete Bebauungspläne auf den Tisch, um entsprechend reagieren zu können“. Sie warnt auch vor Panikmache: „Wir sind im Stadtteil bei der Anzahl der Kitas gar nicht mal so schlecht aufgestellt.“ Und die SPD-Politikerin gibt zu bedenken, dass aktuell eher Schulen geschlossen würden als neue eröffnet.
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